Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik im Jahre 1840
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29420/11/
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so sagt in dieser Rücksicht der Verf.: der Punkt, worauf es 
ankomme, sei, was man unter wesentlicher Verschiedenheit 
zweier vegetabilischer Substanzen verstehe. Freund Mold scheine 
geneigt, dies den Chemikern anheim zu stellen, er selbst 
aber meint, dass man da noch lange warten könne. Hier 
folgt eine Anmerkung, die zum Theil wörtlich herzusetzen ist, 
weil sie Herrn Schleidens Art und Weise bezeichnet. „Wenn 
man die nichtssagenden Urtheile von Berzelius und Liebig über 
die Schwannschen Entdeckungen des Gährungspilzes liest, sollte 
man glauben, die beiden Herren hätten nie von einem solchen 
Ding, wie ein Microscop ist, gehört. — Wenn aber Berzelius 
von der Schwannschen Leichtfertigkeit spricht, so weiss man 
in der That nicht, was man zu solcher Albernheit sagen soll. 
Ich wünschte der Chemie von vollem Herzen Glück, wenn 
Herr Berzelius alle seine Untersuchungen von jeher mit der 
durch so umfassende Kenntnisse gestützten Umsicht und der 
durch bescheidene Zweifel in seine eigne Kräfte gegen alle 
vorgefassten Meinungen gesicherten Gründlichkeit unternommen 
hätte, als Herr Schwann*). Fielen Herrn Berzelius, als er 
jene Worte schrieb, denn gar nicht die ersten 100 Seiten des 
6. Bandes seiner Chemie ein, um ihn bei solchem Urtheile 
schamroth zu machen?” Der Verf. geht nun die chemischen 
Eigenschaften mancher Pflanzenstoffe durch, und zieht daraus 
den Schluss, welchen ich ebenfalls zum Theil wörtlich anführen 
will, damit ich den Sinn nicht verfehle: 1) „Die gewöhnlich als 
indifferente (amphotere) angeführten Pflanzenstoffe, die der Reihe 
des Stärkmehls angehören, sind nur eine ganz dürftige Auswahl 
von der unendlichen Mannichfaltigkeit der in den Pflanzen vor- 
kommenden, derselben Entwicklungsreihe angehörigen Materien. 
Die Pflanze bildet 2. bei ihrer Vegetation einen chemischen 
Grundstoff (nicht etwa das alte Gespenst des Urschleims), der 
in allen Stadien des Vegetationsprocesses derselbe bleibt in 
*) Herr Schwann hat nämlich ein Buch geschrieben: Microsco- 
pische Untersuchungen über die Uebereinstimmung in der Structur 
und dem Wachsthuin der Thiere und Pflanzen von Dr. Th. Schwann, 
Berlin 1839, worin er Herrn Schleidens Meinung über den Cytoblast 
ohne Weiteres annimmt und nun ein Aehnliches in den Thieren nach¬ 
zuweisen sucht. S. darüber meine Propyläen der Naturgeschichte. 
Berlin 1839.
        

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