Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Resultate der Arbeiten im Felde der physiologischen Botanik von dem Jahre 1839
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29419/80/
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die Basidien später zusammen und sind dann nicht mehr zn 
finden. Eine Tafel mit einfachen aber deutlichen Abbildun¬ 
gen giebt nähere Nachweisung zu diesen angeführten Beob¬ 
achtungen. 
Schon in unserem vorletzten Jahresberichte *) gaben wir 
einige Nachricht von einer Abhandlung des Herrn Lé veillé, 
welche derselbe im Jahre 1837 in der philomatischen Gesell¬ 
schaft zu Paris vorgetragen hatte; die Abhandlung, wie es 
scheint etwas verändert, ist gegenwärtig publicirt **), doch 
leider ohne Abbildungen, welche ganz besonders nöthig 
wären, um die Ansichten des Herrn Lé veillé gänzlich zu 
erweisen. Herr Lève illé bekämpft zuerst die Ansicht des 
Herrn Turpin über die Entstehung der Uredines aus erkrank¬ 
ten Globulinen, worunter dieser bekanntlich alle Zellensaft¬ 
kügelchen der Pflanzen versteht, mögen sie von noch so ver¬ 
schiedener chemischer Zusammensetzung sein. Auch die Mei¬ 
nung des Herrn Unger, nach welcher die Uredines als Pro¬ 
dukte einer krankhaften Affection der Respirationsorgane an¬ 
zusehen wären, wird als unrichtig bezeichnet, denn nach den 
Beobachtungen des Verfassers sollen alle Uredines wirkliche 
Pilze sein, zu welchen sie von Perso on gestellt wurden. 
Wenn man, sagt Hr. L., diese Bildungen in einem sehr jun¬ 
gen Zustande beobachtet, so wird man unter der entfärbten 
Oberhaut sehr feine ungefärbte und verästelte Fäden beobach¬ 
ten, welche mit einander gleichsam verfilzt sind. Wenn sich 
ein Uredo bildet, so zeigt sich im Mittelpunkte dieses Gewe¬ 
bes ein Knöpfchen von fleischiger Textur, so dafs es mit Scle¬ 
rotium u.s.w. zu vergleichen sei. Die eine Fläche des Knöpf- 
chens sitzt auf dem Parenchym des Blattes, die andere dage¬ 
gen ist in Berührung mit der Epidermis und mit gestielten 
oder (selten) mit sitzenden Sporen bedeckt. Wenn der Pilz 
wächst, wird die Epidermis ausgedehnt, sie reifst und nun kom¬ 
men die Sporen auf die Oberfläche. Die Aecidien, obgleich 
von einer complicirteren Struktur, haben eine ähnliche Ent¬ 
wickelung, welche Hr. L. bei den Euphorbien beschreibt; es 
*) Berlin 1838. pag. 162-163. 
**) S. Recherches sur le développement de Urédinées. — Annal, 
des scienc. naturelles. Tome XI. Part. bot. pag. 5—16.
        

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