Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Resultate der Arbeiten im Felde der physiologischen Botanik von dem Jahre 1839
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29419/160/
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bar sehr irrig, zusammengestellt. Daun wird der Dulongia 
acuminata K. gedacht und die Knospenbildung bei Carda¬ 
mine, Drosera und auf den Wedeln der Farm angeführt. 
2) Embryonen durch Entwickelung der Globuline im In¬ 
nern der Zellen, welche ebenfalls im Stande sind die Species 
fortzupflanzen. Hier werden die bekannten Beispiele von Knos¬ 
penbildung an den Blättern von Eucomis regia, Fritillaria 
imperialis, Ornithogalum thyrsoides und Malaxis paludosa 
angeführt, doch es ist bei uns schon zu bekannt, dafs die 
Hypothesen des Herrn Turpin über die Zellensaftkügelchen, 
welche er Globuline nennt, ganz grundlos sind, und dafs es 
daher hier nicht weiter nöthig ist, über diesen Gegenstand zu 
sprechen. 
3) Embryonen, welche am Rande vernarbter Wunden 
wulstartig entstehen, entweder an der Basis des Blattstiels 
eines von der Mutterpflanze abgelösten Blattes, oder eines 
Theiles des Blattes, welche man wie Schnittlinge behandelt 
hat. Es ist bekannt, dafs man schon bei sehr vielen Pflanzen 
die Bildung von Knospen an den Blättern beobachtet hat; aus¬ 
führlicher handelt hierüber Referent (Pflanzen-Physiologie etc. 
Berlin 1839. III. pag. 49.); auch die Bildung der Brutzwiebeln 
an den Zwiebelschuppen der Hyacinthe, wovon Herr Turpin 
spricht, ist daselbst näher mitgetheilt; diese Zwiebelchen hän¬ 
gen nämlich immer mit den Holzbündeln zusammen. 
Schliefslich stellt Herr Turpin den, sonst sehr beach- 
tenswerthen Satz auf, dafs jedes appendiculaire Pflanzenorgan 
das Vorhandensein eines Stengels voraussetzt, denn es ist 
nichts weiter als eine seitliche Ausbreitung desselben, eine Mei¬ 
nung, welche aber ebenfalls auch schon früher geäufsert ist. 
Einen interessanten Fall über die Entstehung einer Varie¬ 
tät des Weinstocks erzählt uns Herr Wein mann*) in Paw- 
lowsk. Es war ein Weinstock aus Saamen gezogen, der jähr¬ 
lich 3—4 Zoll lange Trauben trug, die dicht mit kleinen, gelb¬ 
lich-grünen Beeren besetzt waren; im Friihlinge 1837 wurde 
dieser Stock mit einem Aufgusse von Kuhkoth, Hornspähnen, 
halbgekochtem Roggen und ein wenig Alaun begossen; er trieb 
hierauf sehr kräftig und brachte gröfsere und tief dunkelblau 
) Linnaea von 1839. pag. 395.
        

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