Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Resultate der Arbeiten im Felde der physiologischen Botanik von dem Jahre 1839
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29419/131/
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für noch nicht ganz entschieden ausgemacht, dafs sich die 
Schichten der Stärke - Kügelchen von Aufsen ablagern, denn 
die Bildungsgeschichte der Kügelchen, die wir ebenfalls schon 
kennen, lehrt dieses ganz bestimmt. Interessant ist die Mit¬ 
theilung des Herrn Meyer, dafs im Sommer 1838, wegen der 
übermäfsigen Feuchtigkeit in jener Gegend, die sonst sehr sel¬ 
tene Mifsbildung häufiger und stärker vorkam, dafs sich 
nämlich an den Luftstengeln der Kartoffel-Pflanzen ebenfalls 
Knollen bildeten; über ganze Felder soll sich diese Mifsbildung 
erstreckt haben, und Hr. M. sah Exemplare, welche bis zum 
Gipfel hinauf mit knollenartig angeschwollenen Zweigen und 
zum Theil mit wirklichen Knollen besetzt waren. Die An¬ 
gabe, dafs die Kartoffeln die gröfsten Stärke-Körner besitzen, 
welche man bis jetzt kennt, ist wohl nur ein Schreibfehler, 
aber auffallend ist die, dafs das Mark der Pflanzen niemals 
Amylum enthalte, so wie die, dafs Palmen und Cycadeen- 
Stämme niemals Mark besitzen, wefslialb man denn auch den 
Sago nicht aus dem Marke solcher Pflanzen bereiten könne. 
Herr Fr. Tornabene Casinese*) schrieb eine Abhand¬ 
lung über die krystallinische Feuchtigkeit in den Saamenblät- 
tern ; derselbe will nämlich beobachtet haben, dafs sich auf der 
Oberfläche der Saamenblätter in gewissen Stunden des Tages 
wie auch um Mittagszeit durchsichtige, silberglänzende Flüs¬ 
sigkeiten vorfinden, welche er die Krystallfeuchtigkeit nennt; 
die Tröpfchen dieser Flüssigkeit auf den Saamenblättern sind 
bald so klein, dafs sie sich nur dem Mikroskope darstellen, 
bald aber auch dem blofsen Auge. Diese glänzenden Punkte 
seien aber nicht zu verwechseln mit jenen von De Saussure 
beschriebenen, noch mit den Drüsen der andern Autorenu.s.w., 
sondern die krystallinische Feuchtigkeit sei eine Flüssigkeit, 
die zerstreut auf allen Saamenblättern vorkommt, wie jene auf 
vielen Mesembryanthemum- Arten und besonders auf M. cry- 
stallinum. Die Spiralröhren seien nach Hrn. Casinese dazu 
bestimmt, eine Flüssigkeit herabsteigen zu lassen, welche in 
Folge der belebenden Einwirkung des Lichts durch die Spalt- 
¥) Süll’ amore cristallino nelle foglie seminali delle piante. — 
Memoria sopra alcuni fatti di anatomia e fisiologia vegetale. Catania 
1838. 4to. pag. 3-21.
        

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