Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Resultate der Arbeiten im Felde der physiologischen Botanik von dem Jahre 1839
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29419/125/
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mehr oder weniger deutlich vorfand, ob aber, setzt derselbe 
hinzu, das Blüthenamylon immer ein jodbläuendes sei, das 
lasse er noch unentschieden; in der Calendula-Bliithe ist es 
ein solches, in den übrigen Bliithen war die Reaction mehr 
dunkelgrün als blau.. Es war Herrn Hünefeld gleichwohl 
sehr wahrscheinlich, dafs nur das Gelb der Bliithe die Reaction 
grün erscheinen läfst, er hat aber auch diesen sehr wesent¬ 
lichen Punkt unentschieden gelassen, obgleich ein gutes Mi¬ 
kroskop hierüber sogleich entscheiden kann. Ueberhaupt wi¬ 
derspricht sich Herr Hünefeld in seinen Angaben, denn Kü¬ 
gelchen, die in den Bliithen Vorkommen und sich durch Jodine 
nicht blau färben, können wir auch nicht fiir Amylum anse- 
lien. Die Stärke wird durch die Jodiiie immer blau gefärbt, 
selbst die Moosstärke; und selbst wenn diese durch Jodine 
bräunlich gefärbt wird, so ist es modificirte Stärke. Hr. H. 
führt Tropaeolum majus als einige der wenigen Pflanzen auf, 
welche auch im Stengel Amylum führen, indessen dieses ist 
eine ziemlich ganz allgemein vorkommende Erscheinung. Ab¬ 
kochungen der Bliithen von Calendula, Tropaeolum, Helian¬ 
thus u. s. w. zeigten Hrn. H. keine Spur von Amylum, was 
die mikroskopische Untersuchung solcher abgekochter Theile 
sehr bald erklärt; die Stärke schwillt in den Zellen zwar an, 
aber sie geht nicht durch die Zellenwände hindurch. 
Herr P. Savi*) zu Pisa hat Beobachtungen über die phy¬ 
sikalische Erscheinung bekannt gemacht, welche man an den 
Blättern von Schinus Molle wahrnimmt, wenn sie auf Wasser 
geworfen werden, um damit zu beweisen, dafs Hrn. De Can¬ 
dolle’s Ansicht über diesen Gegenstand (s. dessen Phys. végét. 
I. pag. 38.) unrichtig ist. Wirft man Stückchen von den grü¬ 
nen Organen des Schinus oder einer andern Terebintacee, sagt 
Herr Savi, auf die Oberfläche des Wassers, so, sieht man, 
dafs sich diese rasch und gleichsam ruckweise eine bestimmte 
Zeit lang und auf einer kurzen Strecke ununterbrochen in 
einer, mit der ihrer Bruchfläche entgegengesetzten Richtung 
bewegen, und hiermit gleichzeitig betrachtet man neben der 
Bruchfläche aufeinanderfolgende Ausdehnungen einer Fliissig- 
*) Memorie Valdarnesi per cura del Doth J. Corinaldi. Pisa 
1839. pag. 42—48.
        

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