Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Resultate der Arbeiten im Felde der physiologischen Botanik von dem Jahre 1839
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29419/124/
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diese letztere Annahme dem Referenten auch noch nicht be¬ 
gründet zu sein scheint, so kann er doch selbst eine Beob¬ 
achtung anführen, nach welcher eine sehr grofse Menge von 
Gummi im Innern des Markes eines Stammes von Encephal- 
artos Friaderici Guilelmi auftrat. Es hatte sich im Innern 
des Markgewebes eine Höhle gebildet, in welche das in Gummi 
umgewandelte Amylum aus den angrenzenden Zellen hinein- 
flofs und sich hier zu einer sehr bedeutenden Menge anhäufte, 
welche die Höhle allmälich immer mehr und mehr vergröfserte. 
Herr Morren giebt ferner speciellere Mittheilung über 
die Lage der Gummigänge in den Wedeln der Cycas revo- 
luta; sie treten im Umfange und im Centrum auf und zwar 
in ziemlich grofser Anzahl und sind mit Leichtigkeit auf jedem 
Querschnitte des Blattstiels unter dem einfachen Mikroskope 
zu beobachten. In den Blättchen selbst treten die Gummi¬ 
gänge nur zu beiden Seiten des Blattnerven auf. Herr Mor¬ 
ren sah auch die Verästelung eines Gummiganges an dem 
Blattstiele und giebt davon eine gute Darstellung; die Ver¬ 
ästelung dieser Gänge in der Rinde des Stammes war schon 
früher bekannt. Auch werden die früheren Angaben über die 
Entstehung der Gummibehälter und über den Bau der diesel¬ 
ben bildenden Wände bestätigt. Endlich hat noch Herr De 
Coninck einige chemische Untersuchungen mit dem Gummi 
der Blätter von Cycas revoluta angestellt, jedoch hat er hiezu 
kein vollkommen reines Gummi in Anwendung setzen kön¬ 
nen; die eingeäscherten Blätter enthielten 4,95 p. C, anorga¬ 
nische Substanz, gröfstentheils aus kohlensaurer Kalkerde be¬ 
stehend, welche wahrscheinlich aus oxalsaurem Kalke entstan¬ 
den war; aufserdem war freie Oxalsäure in den Blättchen. 
Herr Hünefeld*) hat mit besonderem Fleifse das Vor¬ 
kommen von Amylum in den Blüthen der Pflanzen nachzu¬ 
weisen versucht; er fand jene Substanz zuerst in den Blüthen 
von Calendula officinalis, wo sie auch schon von andern 
Chemikern nachgewiesen war. Hierauf giebt Herr Hiinefeld 
noch 30 andere Pflanzen an, in deren Blüthen er die Stärke 
*) Ueber den Amylongehalt vieler Blüthen. — Erdmann’s und 
Marchand’* Journal für praktische Chemie etc. 4839. lster Band, 
pag. 87-90.
        

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