Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Resultate der Arbeiten im Felde der physiologischen Botanik von dem Jahre 1838
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29418/50/
(besser Knospen-Entwickelung), stimmt im Allgemeinen mit 
derjenigen der Gattung Lemna überein, ist aber im Speciel- 
len auffallend verschieden. Bei Lemna polyrrhiza, minor 
und gibba geht die Entwickelung der Knospen (Verästelung) 
ohne bestimmte Regel vor sich, indem die Zahl der vereinig¬ 
ten (obwohl nur lose) Individuen sehr variirt. Bei L. po- 
lyrrhiza fand der Verfasser in rtihigen Gewässern bis 19 In¬ 
dividuen (oder Aeste) mit einander verbunden. Bei Lemna 
trisulca ist die Zahl gänzlich unbeschränkt. Die regelmäfsige 
Form, durch welche sich Lemna trisulca von den übrigen 
Lemna-Arten so höchst auffallend unterscheidet, hat Ref.*) 
dadurch erklärt, dafs bei Lemna trisulca stets zu beiden Sei¬ 
ten der Achse die Knospenentwickelung gleichmäfsig erfolgt, 
wärend sie bei andern Lemna-Arten (und so fand es Herr 
Hoffmann auch bei L. arrhizd) fast immer nur eine Knospe 
zur Seite entwickelt. Höchst selten beobachtete Herr Hoff¬ 
mann die Entwickelung zweier Knospen bei Lemna arrhizay 
wie er sie in Fig. 6. pl. 1. seiner Arbeit dargestellt hat. Bei 
regelmäfsiger Entwickelung der Aeste, wie bei Lemna tri¬ 
sulca, wird also die Zahl derselben in geometrischer Progres¬ 
sion zunehmen. Der Verfasser beobachtete in einem Falle, 
dafs die 2 Blättchen eines Exemplares durch Algen, Infusorien 
u. s. w. so fest mit einander verbunden waren, dafs sie sich 
nicht trennen konnten und glaubt hieraus erklären zu können, 
wefshalb man diese Pflanzen bald in einzelnen, bald in gepaar¬ 
ten Blättchen findet. Im Spätherbst entwickelt sich bei Lemna 
arrhiza die Winterknospe, welche, so wie die von Jjemna 
polyrrhiza, in Farbe und Struktur von den übrigen verschie¬ 
den ist und unter Wasser überwintert. Der Verfasser hat 
zwar Aehnliches nicht bei Lemna minor und L. gibba beob¬ 
achtet, doch hat es Ref. auch an ersterer Art gesehen. 
Der Verfasser glaubte bei den gepaarten völlig entwickel¬ 
ten Individuen eine Vereinigung zwischen den beiden folgen¬ 
den Knospen beobachtet zu haben, indessen spätere Untersu¬ 
chungen, deren Resultate er dem Ref. im December 1838 
mündlich mittheilte und später publiciren wird, nöthigten ihn 
diese Ansicht aufzugeben. Die Knospe, welche sich aus einer 
*) Pflanzen-Physiologie 111. pag, 52.
        

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