Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Resultate der Arbeiten im Felde der physiologischen Botanik von dem Jahre 1838
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29418/155/
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lebens auf der Erdkruste mit grofser Wahrscheinlichkeit in 
folgender Art stattgefunden habe: 
1) Dafs die erste Vegetationsperiode schon sehr frühe begon¬ 
nen habe, weil ein Theil davon schon in der Bildung des 
Thonschiefers ihr Grab gefunden hat. 
2) Dafs diese Vegetation zwar einfach, aber grofsartig war; 
dafs sie aus Pflanzen bestand, deren viele gegenwärtig 
nicht lebend wiedergefunden werden, deren Analogien 
oder Familienverwandte dermal nur in dem heifsen Erd- 
giirtel oder zwischen den Tropen wohnen. 
3) Dafs diese Pflanzen, eine bisher einzige Ausnahme abgerech¬ 
net, in der nachfolgenden zweiten Flora nur selten der 
Gattung nach, vielleicht gar nicht der Art nach, wieder 
Vorkommen, daher die erste Flora, in so weit sie bekannt 
ist, über die ganze Erdkruste verbreitet und übereinstimmend 
war, von der zweiten Flora jedoch scharf abgeschnitten ist. 
4) Dafs die zweite Flora durch alle nachfolgenden Forma¬ 
tionen zwar öfter gestört, doch nirgends scharf abge- 
sclmitten ist, sondern unbemerkt in die dritte Flora über¬ 
geht, welche nur botanisch durch die Veränderung der 
Zahlenverhältnisse der akotylen und monocotylen Pflanzen 
gegen die dicotylen, und ihr mehr europäisches Ansehen 
geschieden werden kann. 
5) Dafs sowohl in der zweiten als dritten Vegetationsperiode 
der Parallelismus der Formation nicht mit jenem der Vege¬ 
tation zusammenfällt, wodurch die blofs in aufsteigender 
Reihe entworfenen Floren nicht hinreichen um ein allge¬ 
meines Bild der Vegetation einer Zeitperiode darzustellen ; 
dafs man sich daher wird bequemen müssen, die Floren 
der Formationen nach geographischer Verbreitung einzeln 
zusammenzustellen, und es einem künftigen Linnée für 
die Vorwelt zu überlassen ist, aus diesen einzelnen Ar¬ 
beiten ein Ganzes zusammen zu bauen u. s. w. 
Die mineralischen Kohlen stehen in einem direkten Ver¬ 
hältnisse zu den ehemals vorhandenen Floren und zu der 
Dauer der Vegetationsperioden. Man denke sich, sagt Graf 
Sternberg, einen Urwald zu einer Zeit, wo es weder Men¬ 
schen noch pflanzenfressende Thiere gegeben hat, und lasse 
diesen in einem warmen und feuchten Klima durch eine un-
        

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