Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Resultate der Arbeiten im Felde der physiologischen Botanik von dem Jahre 1838
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29418/105/
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Schon vor dem Erscheinen dieser Arbeit des Hrn. Corda 
hat Hr. Ad. Brongniart *) den fraglichen Gegenstand von 
Neuem untersucht und seine Ansicht, dafs die Lepidodendra 
zu den Lycopodiaceen gehören, auf eine sehr scharfsinnige 
Weise darzuthun gesucht; er hat diese Verwandtschaft nicht 
nur durch Vergleichung der äufseren Formen erkannt, son¬ 
dern die innere Struktur dieser fossilen Stämme spreche eben¬ 
falls dafür. Hier werden also Thatsächen gegen Thatsachen 
aufgeführt, denn Herr Corda führt ebenfalls die Struktur der 
Lepidodendra-Stämme als Beweis an, dafs dieselben zu den 
Crassulaceen gehören. Herr Brongniart hat seine An¬ 
gaben noch nicht durch -Abbildungen erwiesen, welche wir 
aber hoffentlich bald erhalten werden, und die Abbildungen, 
welche Herr Corda in Sternberg’s Flora zur Erweisung 
seiner Ansicht gegeben hat, nämlich auf Tab. LXVI. Fig. 10 
—14., sind wohl keineswegs von der Art, dafs dadurch die 
von ihm und Andern ausgesprochene Ansicht erwiesen würde. 
Herr Brongniart zeigt, dafs nur in sehr seltenen Fäl¬ 
len wahre Dichotomie entsteht, ja die dichotomische Form 
des Stammes der Phanerogamen sei nur ein zufälliger Charak¬ 
ter, indem dieselbe durch zufällige Entwickelung der Seiten¬ 
äste entsteht; es giebt aber eine Pflanzengruppe, bei der die 
dichotomische Verzweigung des Stammes das Normale ist, und 
dazu gehören, sagt Hr. Br., die Farm, die Lycopodien und 
auch die Marsiliaceen, indem hier die Bildung von Seiten¬ 
ästen nicht stattfindet. Die Verästelung ist hier nur eine ter¬ 
minale Bifurcation, wobei allerdings oftmals der eine Ast zu¬ 
rückbleibt, so dafs dadurch in der Folge ein scheinbarer Sei¬ 
tenast entsteht. Hieraus folgt aber auch schon, dafs selbst 
die Fructification nicht achselständig sein kann, sondern auf 
dem Blatte befestigt sein mufs, eine Angabe, welche auch 
schon durch Hrn. Mold’s Untersuchung bei der Deutung des 
Sporangium's der Lycopodienerwiesen wurde. Da nun 
die Lepidodendra alle diese Charaetere zeigen (denn den Le- 
pidostrobus hat Hr. Br. an den Enden der Zweige wahrer 
¥y Recherches sur les Lepidodendron et sur les affinités de ces 
arbres fossiles, précédées d’un examen des principaux caractères des 
Lycopadmcées. (Extrait.)■ Compt. rendu 1838 IL pag. 872— 879. 
„**) S. den vorigen Jahresbericht pag. 144. 
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