Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Resultate der Arbeiten im Felde der physiologischen Botanik von dem Jahre 1837
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29417/51/
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verwächst. Nicht selten theilt sich diese als Stiel gediente 
Zelle durch Bildung von Querwänden nochmals in zwei oder 
auch in drei kleinere Zellen, was jedoch sehr selten ist. Die 
Absonderung eines öligen Stoffes findet in dem zuriickblei- 
cenden Stiele, wie auch in den angrenzenden Zellen, bald 
mehr, bald weniger reich statt, und die eigenthiimliche Stel¬ 
lung einiger kleinen Zellen um den Grund des Driisenstiel- 
chens (welche stets durch spätere Theilung der gröfseren 
entstehen), ist ähnlich, wie an der Basis vieler Haare, welche 
sich mit derselben über die Oberfläche der Pflanzen erheben. 
Auch fand Ref. auf einem ganz jungen Blatte einen solchen 
ganzen Drüsen-Apparat, wie er gewöhnlich zwischen den 
Epidermis-Zellen von Pleurothallis sitzt, über die Fläche des 
Blattes hinausgeschoben. 
Herr Mo hl hat eine Abhandlung: lieber den Bau der 
porösen Gefäfse der Dicotyledonen 41) geliefert und über den¬ 
selben Gegenstand hat Ref. im fünften Capitel seiner Pflanzen- 
Physiologie gehandelt, doch werden jene porösen Gefäfse von 
Letzterem getüpfelte Spiralröhren genannt. 
Herr Mo hl stellt zwei Abarten von getüpfelten Spiral¬ 
röhren auf; bei der einen derselben finden sich die Wände 
gleichmäfsig auf allen Seiten mit Tüpfel besetzt, oder mit Po¬ 
ren, wie Herr Mo hl sagt; die Eiche, der Hollunder u. s. w. 
geben hiezu Beispiele, während bei der anderen Abart jene 
Röhren an verschiedenen Stellen einen gänzlich verschiedenen 
Bau zeigen, wie bei der Linde, der italienischen Pappel und 
überhaupt bei sehr vielen anderen Hölzern. Bei der Linde 
zeigen diejenigen Wände dieser Röhren, welche an die Holz¬ 
zellen anstofsen das Ansehen abrollbarer Spiralröhren, wäh¬ 
rend die anderen Wände, womit diese Gefäfse unter sich zu- 
sammenstofsen, die Tüpfelreihen zeigen, welche jedesmal 
zwischen zwei Spiralfaserwindungen liegen. Es erhellt also 
aus diesen Beobachtungen, sagt Herr Mo hl, dafs die getüp¬ 
felten Spiralröhren zum Systeme der Spiralröhren gehören, 
und dafs das Wesentliche ihrer Bildung darin besteht, dafs 
zwischen den Windungen der Spiralfaser eine Haut ausge- 
41) S. Abhandlungen der mathem. physik. Klasse der Akad. der 
Wissensch. zu München. 1837. I. S. 445 — 462 mit einer Tafel.
        

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