Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Resultate der Arbeiten im Felde der physiologischen Botanik von dem Jahre 1837
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29417/38/
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Ascho lieferten, die sich in Form äufserst zarter Membranen 
darstellt, welche zum Theil die Form der Fasern andeuten. 
Das Zellengewebe des Ilollundermarkes, welches nicht so 
leicht gereinigt werden kann, indem sich die einzelnen Zellen 
nicht zerreiben lassen, gab dagegen eine viel gröfsere Quan¬ 
tität Asche, denn 0,5945 Theile Mark gaben 0,0105 Asche. 
In der Asche des Flachses fand Herr Mitscherlich eine 
Spur von Kieselerde und aufserdem Kali und Kalk; die Asche 
des Holluudermarkes enthielt dagegen keine Kieselerde sondern 
viel Kalk und Spuren von Kali und Thonerde. Man kann es 
also gegenwärtig als ziemlich ganz gewifs annehmen, dafs die 
genannten Alkalien und Erden auch in der Substanz der Wände 
der Elementar-Organe auftreten, hieraus folg); aber wohl noch 
nicht, wie Herr Reade glaubt, dafs man diese Substanzen 
ebenfalls als constituirende Theile der Elementar-Organe an- 
sehen miifse. Schon Herr Morren hat vor einigen Jahren 
(1830) die Ansicht aufgestellt, dafs die Kieselerde als consti¬ 
tuirende Subs anz der Zellenmembran anzusehen sei; doch 
dieselbe hat keinen Beifall gefunden, denn man kann sehr 
wohl einsehen, dafs das Auftreten oder das Fehlen dieser 
Erden und Alkalien in der Membran ganz von dem Gehalte 
der Flüssigkeiten abhängt, wrelche darin eingeschlossen waren. 
Ueber das Auftreten der Krystalle in den Pflanzen 
möchte gegenwärtig wohl das Wichtigste bekannt sein; eine 
sehr ausführliche Bearbeitung dieses Gegenstandes hat Re¬ 
ferent 26) mitgetheilt, und auch Herr Unger 27) hat eine 
Abhandlung über ebendenselben Gegenstand, begleitet mit 
einer Tafel schöner Zeichnungen, bekannt gemacht. Herr 
Unger hat die Angabe, dafs die Krystalle nicht in den Inter¬ 
cellulargängen, sondern im Inneren der Zellen gebildet wer¬ 
den, bestätigt gefunden. Ref. hat dagegen mehrere Fälle be¬ 
obachtet, in welchen Ausnahmen von dieser Regel Vorkom¬ 
men28). Herr Unger giebt z. B. an, dafs die Krystalldru- 
sen, wrelche auf den Wänden der Lufthöhlen von Myriophyl- 
26) Neues System der Pflanzen-Physiologie I. S. 212 — 246. 
27) Ueber Krystallbildungen in den Pflanzenzellen. — Annalen 
des Wiener Museums. III. S. 1. 
28) S. 1. c. S. 242 u. s. w.
        

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