Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Resultate der Arbeiten im Felde der physiologischen Botanik von dem Jahre 1837
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29417/190/
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1492 die Sargasso-See berührte. Nach dem unter den Bota¬ 
nikern gebräuchlichen Gesetzen, dürfte indessen eine solche 
Namens-Umänderung nicht allgemein Beifall finden; die Pflanze, 
welche in der Sargasso-See umherschwimmt, ward von Linnée 
Fucus nutans genannt und ist mit Fucus natans Turn. 
identisch; Gmelin that gewifs unrecht, als er obige Pflanze 
Fucus Sargasso nannte. Der Gattungname ist nun zwar 
verändert, aber es ist kein Grund vorhanden den L inn é e’sehen 
Speciesnamen umzuändern, daher mufs dieser Tang Sargassum 
natans heifsen, obgleich man später gefunden hat, dafs die¬ 
selbe Art auch festsitzend angetroffen wird. 
Herr Miquel kommt zu der Frage über den Urprung 
jenes herumschwimmenden Tanges und meint, dafs wenn man 
annimrrit, dafs derselbe losgerissen ist und nur einige Zeit 
hindurch leben bleibt, man nicht sehr von der Analogie ab¬ 
weicht. Hierauf werden verschiedene Zweifel gegen die An¬ 
sicht des Referenten aufgesteilt, welcher beobachtet hat, dafs 
die umherschwimmenden kleinen Exemplare jenes Tanges ganz 
deutlich zeigen, dafs sie niemals festgesessen haben, dafs man 
also auch nicht nach dem Boden zu suchen habe, worauf sie 
entstanden sein möchten, sondern dafs die Oberfläche des 
Wassers, worauf sie schwimmen, als solcher zu betrachten 
sei. Die Zweifel, welche Hr. M. gegen des Ref. wirkliche Beob¬ 
achtung aufstellt, sind jedoch sehr leicht zu beseitigen; überall 
wo Hr. M. glaubt, dafs meine Beobachtung (Ich habe über 
jenen Gegenstand nicht eine blofse Ansicht aufgestellt, son¬ 
dern wirkliche Beobachtungen mitgetheilt! Ref.) ohne Analogie 
ist, da habe ich wirkliche analoge Fälle aufgeführt und spätere 
Beobachtungen haben meine Kenntnisse hierin noch erweitert. 
Alle Exemplare jenes schwimmenden Tanges, welche Hr. M. 
aus dem Sargasso-See erhalten hat, haben einen kurzen Hanpt- 
stengel, was Ref. sehr erklärlich findet, denn jener Tang 
schwimmt in mehr oder weniger grofsen Massen umher, wo¬ 
von einzelne die Länge von 2, 3, 5 Fufs und darüber errei¬ 
chen, und jeder derselben hat Hunderte und selbst Tausende 
von Stengel, Aesten und Zweigen 140) aufzuweisen. Diese 
147) An merk. Man darf aber nicht übersehen, dafs alle diese 
Theile nur blattartige Gebilde sind, und dafs ein Tang weder einen 
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