Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beschreibung eines auf der Altonaer Sternwarte aufgestellten galvanischen Registrirapparats für Durchgangs-Beobachtungen, nebst Vergleichung einiger an demselben bestimmten Personal-Differenzen mit solchen, die auf gewöhnliche Weise gefunden sind
Person:
Peters, C. A. F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29408/12/
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Nr. 1154. 
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der galvanische grosse Vorzüge. Einmal wird bei dem 
letztem die Fehlerquelle vermieden, die in dem Notiren der 
Pendelschläge der Passagenuhr vorhanden ist. und dann 
kommt bei ihm die Regelmässigkeit des Ganges des Uhr¬ 
werks, welches den Cylinder treibt, nur für die Dauer je 
einer einzelnen Secunde in Betracht, da jede Secunde ein 
Zeichen durch die Uhr gegeben wird. Aus dieser Ursache 
ist auch eine Compensation des Pendels am Uhrwerke über¬ 
flüssig und deshalb auch bei dem hiesigen Apparat von Herrn 
Krille nicht angebracht. 
Ein Blick in die letzten Bände der Annalen der Green¬ 
wicher Sternwarte genügt, um sich zu überzeugen, dass die 
Personaldifferenzen für Durchgangsbeobachtungen am Regis- 
trirapparat im Allgemeinen kleiner sind, als bei der gewöhn¬ 
lichen Beobachtungsmethode, wenngleich einzelne Ausnahmen, 
besonders bei kleinen Differenzen, Vorkommen. Unter 33 gal¬ 
vanischen Personaldifferenzen der Jahre 1854 bis 1856 sind 
nur 4 grösser als 0S10 und die grösste angegebene Differenz 
beträgt Os16. Dagegen sind unter 30 gewöhnlichen Personal¬ 
differenzen der drei vorhergehenden Jahre, 19 welche grösser 
sind als 0*10, und noch 13 welche grösser sind als 016. 
Die Personalgleichung für eine Durchgangsbeobachtung 
am Registrirapparat wird zum Theil von der Persönlichkeit 
des Beobachters, zum Theil auch von der Stärke der Feder 
der Taste und der Entfernung der Puncte derselben, die beim 
Schliessen der galvanischen Kette in Berührung gebracht 
werden, abhängen. Aus letzterer Ursache wird gegenwärtig 
hier für alle Beobachtungen am Meridiankreise eine und 
dieselbe Taste benutzt. 
Seit der Aufstellung des Registrirapparates auf der hie¬ 
sigen Sternwarte, am l^"Juni dieses Jahres, sind hier die 
Personaldifferenzen zwischen den Herren Gussew, Winnecke, 
Pope und mit nach beiden Methoden bestimmt. Der Unter¬ 
brechungsapparat war bei diesen Vergleichungen noch nicht 
an die Hauptuhr, an welcher die Sterndurchgänge nach der 
alten Methode beobachtet sind, angebracht, sondern an eine 
alte Uhr von Höschcl, die zwar auch ein Pendel mit Queck¬ 
silber-Compensation hat, allein ihren täglichen Gang von 
einem Tage zum andern nicht selten um einige Secunden 
ändert. Dieses kann jedoch auf die Genauigkeit der Perso¬ 
naldifferenzen, bei denen die Zwischenzeiten immer nur einen 
Theil einer Minute betragen, keinen zu bemerkenden Einfluss 
gehabt haben. Das Fadennetz, welches jetzt aus 27 Vertical- 
Fäden besteht, hatte damals nur noch die seit 1856 ange¬ 
brachte Zahl von 9 Fäden. Von diesen 9 haben 5 Fäden 
(inch des Mittelfadens) einen Abstand von 13s von einander; 
die nächsten Räume um den Mittelfaden sind darnach noch 
zweimal durch Fäden halbirt. Bei den Vergleichungen mit 
Herrn Dr. Winnecke nach der älteren Methode wurde jeder 
Stern an den 2 ersten Fäden von dem einen und an den 
zwei letzten von dem andern Astronomen beobachtet. Vou 
einem Stern zum andern wurde in der Reihenfolge der Fäden 
gewechselt, um die etwaigen Fehler in den für die Faden¬ 
distanzen angenommenen Werthen aus dem Resultat zu schaf¬ 
fen. Die übrigen Astronomen, welche sich verglichen, be¬ 
obachteten jeder, bei der altern Methode, an 3 Fäden. Am 
Registrirapparat wurde bei den Vergleichungen mit Herrn Dr. 
Winnecke von jedem an 3 Fäden beobachtet, sonst an 4 
Fäden. 
Die vom 2ten bis zum 203tenJuni hier gefundenen Perso¬ 
naldifferenzen sind folgende: 
1) Zwischen Herrn Gussew und mir. 
Gewöhnliche Methode. Am Registrirapparat. 
(Jeder beobachtete 
an 3 Fäden) 
(Jeder beobachtete 
an 4 Fäden) 
Juni 3 , G 
■—Ps 
Juni 2, G 
-Ps 
m Virgin is 
—0S14 
m Virginis 
+0’14 
rBootis 
+0,12 
rBootis 
— 0,04 
94 Virginis 
+ 0,24 
94 Virginis 
—0,09 
Anon. Virg. 
— 0,02 
Anon. Virg. 
—0,20 
^Librae 
—0,33 
H Librae 
—0,13 
y Serpentis 
+ 0,05 
7j Librae 
—0,08 
 
Juni 2 , G—P 
Virginis 
—0*02 
p Virginis 
— 0‘03 
t Virginis 
+ 0,43 
r Virginis 
— 0,12 
r Librae 
+ 0,19 
y Librae 
—0,03 
wLibrae 
+ 0,29 
7T Librae 
—0,05 
?3 Librae 
—0,06 
ipLibrae 
—0,04 
g' Scorpii 
— 0,21 
g' Scorpii 
— 0,07 
16 Scorpii 
—0,22 
16 Scorpii 
—0,02 
n Scorpii 
—0,24 
«Scorpii 
-0,14 
Mittel 
+ 0,020 
Mittel 
—0,063 
w.F. eines beob. Fadenantritts w.F. eines beob. Fadeuantritts 
für Pape 0S086 für Pape 03074 
? Güssen’ 0*086. ^ Güssen 0,081.
        

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