Bauhaus-Universität Weimar

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Raymond Bodge. 
gestellt, und zwar so, dafs die Schreibfedern einander möglichst 
nahe stehen. Es ist mir jedoch zweifelhaft, ob eine solche 
Komplikation des Instrumentes zu empfehlen sei. Erstens ist 
die genauere Messung von negativen Zeiten bis jetzt that- 
sächlich von geringer Bedeutung. Wenn es aber notwendig 
wird, negative Zeiten zu bestimmen, so wird dies auch mit 
Hülfe des vorliegenden Apparates in dem Falle ausführbar, 
dafs die Unterbrechungen zugleich bestimmte und verschiedene 
Längen haben; selbstverständlich auch dann, wenn mehr als 
zwei Vorgänge zu messen sind. 
Wird eine dritte Schreibfeder hinzugefügt, so wird das 
Instrument auch dadurch kompliziert, dafs ein Kontrollhammer 
oder eine ähnliche Vorrichtung zur Kontrolle der gleichzeitigen 
Bewegung der Stäbchen angebracht werden mufs. 
Als besondere Vorzüge des Instrumentes sind anzuerkennen : 
Erstens, dafs es ein ebenso zuverlässiger wie einfacher und 
leicht zu handhabender Chronograph ist. Seine leichte Be¬ 
weglichkeit macht ihn zum allgemeinen Gebrauche im Institut, 
sowie zu Demonstrationszwecken geeignet. 
Zweitens, dafs er es möglich macht, feste, mit Tinte ge¬ 
schriebene Zeitkurven zu erlangen, die ohne weiteres aufbewahrt 
werden können. 
Drittens sind die Herstellungskosten unvergleichlich geringer, 
als die irgend eines anderen Chronographen von gleicher Präzision. 
Sie betragen für den einfachen Registrierapparat etwa 50 Mark. 
Endlich ist sein beinahe unzerstörbarer, solider Bau gegen¬ 
über dem ebenso verwickelten, wie leicht angreifbaren Bau 
der jetzt gebräuchlichen Mechanismen kaum zu hoch zu schätzen. 
Aufser als Chronograph im engeren Sinne läfst der Apparat 
sich zweckmäfsig auch zu Kontrollversuchen verwenden. Z. B. 
lassen sich mit seiner Hülfe Stimmgabeln einfach gegen ein¬ 
ander auf ihre Schwingungszahl prüfen. 
Wir haben für unsere Versuche Leclanehé-Elemente von 
etwa 25 cm Höhe benutzt. Irgend welche anderen konstanten 
Elemente sind dazu gleich geeignet. Zu der einfachen Form sind 
drei Ketten notwendig: die eine zur Erhaltung der Stimmgabel¬ 
schwingungen, die zweite zur Übertragung der Schwingungen 
auf den Registrierapparat, die dritte zur Bewegung der zweiten 
Schreibfeder. Bei allen unseren Messungen bestanden die erste 
und dritte Kette aus je drei Elementen, die zweite Kette aus fünf.
        

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