Bauhaus-Universität Weimar

Beschreibung eines neuen Chronographen. 
419 
Für diese Messungen wurde eine Geschwindigkeit der Be¬ 
wegung des Papierstreifens von etwa 70 cm in 1" benutzt. Jede 
Poppelschwingungskurve der Stimmgabel war also 2.8 mm. 
Eine obere Grenze der Geschwindigkeit, bei welcher die 
Federn nicht mehr zuverläfsig schreiben werden, ist von mir 
nicht erreicht worden ; aber schon bei der obigen Geschwindig¬ 
keit sind die Linien etwas schwach. Eine Geschwindigkeit 
von 35 bis 55 cm in 1" giebt viel schönere, stärkere Linien, 
und für Messungen bis zu 0.001" reicht sie vollständig aus. 
Die Triebkraft, die zur Drehung des Rades H diente, war 
durch eine drehende Welle gegeben, die durch ein von einem 
Gewicht getriebenes Schnurradwerk in Rotation gesetzt war. 
Obgleich die Geschwindigkeit der Bewegung des Papierstreifens 
demnach nur innerhalb kleiner Zeiten konstant war, waren 
ihre Änderungen doch so regelmäfsig, dafs sie durchaus be¬ 
deutungslos blieben. 
Wenn es notwendig wird, kann leicht ein Räderwerk 
zum Drehen der Walzen W mit dem Apparate verbunden 
werden. 
Ein solches Räderwerk ist jetzt nach meiner Angabe von 
dem Mechaniker Wesselhöft konstruiert worden, und wird 
in der Abhandlung, die über unsere Untersuchungen berichten 
soll, beschrieben werden. 
Zwei nicht unbedeutende Mängel haften dem Chrono¬ 
graphen an. 
In der vorliegenden Form weist der Registrierapparat nur 
zwei Schreibfedern auf. Die eine registriert die Schwingungen 
der Stimmgabel oder des Echappements im Uhrwerke; für die 
Registrierung des zu messenden Zeitintervalls bleibt daher nur 
eine zweite zur Verfügung. Die genaueste Form eines solchen 
Registrierens wird durch zwei Unterbrechungen oder durch zwei 
Kontakte erzeugt. Die Herstellung dieser Bedingungen kann 
technisch schwierig sein. Aus diesem Grunde wird die Messung 
von drei aufeinanderfolgenden Vorgängen noch schwieriger. 
Der zweite Mangel besteht in der Schwierigkeit, negative 
Zeiten zu messen. Dafs diese Mängel aufzuheben sind, z. B. 
durch die Anwendung noch einer Schreibfeder mit entsprechendem 
Magneten, ist ohne weiteres ersichtlich. 
In diesem Falle wird am besten ein Stäbchen in der Längs¬ 
richtung des Papierstreifens, die zwei anderen schräg zu dieser 
27*
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.