Bauhaus-Universität Weimar

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Breguet’s und Konstantinoff’s 
Der clironomelrische Theil des Instruments ist also im We¬ 
sentlichen der von Tu. Young schon angegebene röhrende Cy¬ 
linder und keineswegs eine neue Erfindung der Herren Breguet 
und Konstantinoff, als welche Ersterer ihn zu betrachten scheint. 
Der Umfang des Cylinders ist in 1000 Theile getheilt. Macht 
er daher in einer Sekunde eine Umdrehung, so gebraucht der 
Raum zwischen zwei nach einander folgenden Theilstrichen -rxrVrr 
Sekunde, um vorüberzugehen. 
Auf beiden Seiten des Cylinders sind horizontale Metall¬ 
bahnen angebracht, auf welchen ein 3rädriger Wagen, welcher 
3 Electromagnete trägt, verschiebbar ist. Zwei dieser Magnete 
befinden sich über dem Cylinder. Sie tragen, wenn sie von 
Strömen umkreist werden, zwei Stifte, welche bei der Unter¬ 
brechung jener auf den Cylinder hinabfallen und dadurch Mar¬ 
ken auf seiner Oberfläche erzeugen. Da die Stifte in der durch 
die Achse des Cylinders gehenden senkrechten Ebene hegen, so 
werden diese Marken auf demselben Theilstriche hegen, wenn 
die Unterbrechung beider Ströme gleichzeitig geschah, anderen 
Falls dagegen um so viele Theilstriche von einander abstehen 
als id'fj der Umdrehungszeit des Cylinders zwischen den Un¬ 
terbrechungen verflossen. Die Anzahl der zwischen zwei Mar¬ 
ken fallenden Theilstriche ist also stets das Maafs der Zeit, 
welche zwischen der Oeffnung der beiden Ketten verflofs. Um 
auf diese Weise die Zeit messen zu können, welche eine Kugel 
gebraucht, um von einem Punkte in ihrer Bahn zu einem ande¬ 
ren zu gelangen, hat man nur nöthig die Leitungsdrähte der bei¬ 
den Electromagnete nach den beiden Stationen zu führen und 
hier so anzuordnen, dafs die Kugel den entsprechenden Draht 
nothwendig an irgend einer Stelle zerreifsen mufs, wenn sie an 
der Station anlangt, wohin er geführt ward. Ist nun der Cylin¬ 
der in Drehung, so fällt der erste Stift auf ihn hinab, wenn die 
Kugel, an der ersten Station anlangend, das Drahtnetz zerreifst. 
Dasselbe wiederholt sich mit dem zweiten Stifte, wenn das Ge- 
schofs an der zweiten Station anlangt. Drehte sich nun z. B. 
der Cylinder zweimal in der Secunde um seine Achse und wären 
20 Theilstriche zwischen den beiden Marken, welche durch den 
Fall der Stifte auf dem Cylinder erzeugt wurden, so wurde die
        

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