Bauhaus-Universität Weimar

Pouillet's Methode. 
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die Mittheilungen, die den Gesandten einiger auswärtigen Mächte, 
namentlich dem französischen und russischen, auf ihr Ansuchen 
darüber gemacht wurden, sowie durch Akten der Behörden und 
die Bekanntschaft mehrerer hiesiger Akademiker mit dem Gange 
der Sache, wohl begründet erscheinen. 
Ich werde mich jedoch im Folgenden an die Reihe der 
Veröffentlichungen halten, und der Vollständigkeit halber mit 
einem Vorschläge des Hrn. Pouillet zur Messung sehr kleiner 
Zeitintervalle beginnen, obgleich die Erscheinung dieses Auf¬ 
satzes ins Jahr 1844 fällt, und streng genommen nicht mehr die¬ 
sem Jahresberichte angehört. 
Herr Pouillet mifst die Zeit, welche ein Körper zur Durch- 
laufung eines bestimmten Weges gebraucht, oder welche zwi¬ 
schen dem Beginn und Ende der Bewegung zweier Körper ver¬ 
streicht, durch die Gröfse des mechanischen Effekts, welchen ein 
während des zu messenden Zeittheils aktiver electrischer Strom 
auf einen Magneten ausübt, nachdem er durch Versuche die 
Gröfse des Effektes oder der Arbeit dieses Stromes für eine be¬ 
stimmte Zeitdauer gefunden, und als Einheit der Messung zu 
Grunde gelegt liât. Sein Instrument besteht aus einem Galva¬ 
nometer, und er schliefst aus der Weite des Ausschlages der 
Nadel, welche ein während des zu messenden Zeitraums thäti- 
ger Strom von vorher bestimmter Intensität hervorbringt, auf die 
Dauer desselben. Die Masse der Nadel wirkt hier also ähnlich 
wie die des ballistischen Pendels. Da sich nun aus der Weite 
des Ausschlages der Nadel die Gröfse der Geschwindigkeit, 
welche ihr durch die beschleunigende Kraft des Stromes ertheilt 
ist, berechnen läfst, und diese Geschwindigkeit der Zeit, während 
welcher der Strom thätig war, proportional ist, wenn der Weg, 
den die Nadel während der Dauer des Stromes selbst zurück¬ 
legte, nur sehr klein war, so ist die Zeit selbst durch die Gröfse 
des Ausschlages der Nadel zu bestimmen, wenn man dieselbe 
für einen gleich intensiven Strom von irgend einer bestimmten 
Dauer kennt. Zur Bestimmung dieser Einheit der Messung wen¬ 
dete Pouillet eine Glasscheibe von 84 centim. Dm. an, auf 
welche radial ein Staniolstreifen von Imin. Breite geklebt war, 
welcher in der Nähe der Axe mit dem einen Pole einer galva- 
Fortschr. d. Phys. I. 4
        

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