Bauhaus-Universität Weimar

70 6. Maafs und Messen. — Siemens. 
Die Messung grofser Strecken der Flugbahn würde der Iso- 
lirung der langen Leitungsdrähte wegen mit bedeutenden Schwie¬ 
rigkeiten verknüpft sein. In diesem Falle könnte man sich in- 
defs vielleicht mit Nutzen des Inductionsfunkens der durch die 
Kugel unterbrochenen galvanischen Kette oder der Ströme noch 
höherer Ordnung anstatt des Funkens der Flasche bedienen. 
Da sich die Schärfe der Zeitangaben des Instruments durch 
möglichst sorgfältige Anfertigung des ganzen Apparats und schnel¬ 
lere Rotation des Cylinders noch beträchtlich vergröfsern läfst, 
so schlug ich vor, sich seiner auch zur Messung der Geschwin¬ 
digkeit der Electricität selbst zu bedienen. Dies kann durch 
zwei genau verglichene und kontrollirte Instrumente auf die Weise 
geschehen, dafs man anstatt des kurzen Verbindungsdrahts zwi¬ 
schen den Cylindern, wie er zur Kontrollirung des Ganges der 
Instrumente verwendet wurde, einen möglichst langen isolirten 
Leitungsdraht zwischen den Spitzen einschaltete und eine Flasche 
mittelst eines gleich langen zwischen dem isolirten Instrumente 
und der innern Belegung eingeschalteten Drahtes entladet. Die 
Zeitangaben des einen Cylinders müssen dann hinter denen des 
andern um so viel zurückstehen, als die Electricität zur Durch- 
laufung ihres halben Weges gebraucht. 
Dasselbe läfst sich jedoch auch, und zwar noch sicherer, 
mit einem einzelnen Instrumente erreichen, wenn man zwei Cy¬ 
linder, isolirt von einander, auf dieselbe Welle setzt und durch 
einen langen Leitungsdraht mit einander verbindet. Wird nun 
jedem derselben eine isolirte Spitze nahe gegenüber gestellt und 
die eine der letzteren mit der äufseren, die andere dagegen 
durch einen eben so langen Draht mit der inneren Belegung 
einer geladenen Flasche in leitende Verbindung gesetzt, so mufs 
ein Funke zwischen beiden Spitzen und Cylindern überspringen. 
Entladet man nun eine zweite Flasche durch dieselben Spitzen 
hindurch, nachdem man die beiden langen Leitungsdrähte durch 
kurze ersetzt hat, und mifst den Abstand der auf beiden Cylin¬ 
dern verzeichneten Punkte von einander, so giebt die Differenz 
dieser Abstände die Zeit an, welche die Electricität zur Durchlau- 
fung eines jeden der beiden langen Verbindungsdrähle gebrauchte.
        

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