Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Wirkung der räumlichen Vertheilung des Lichtreizes auf die Netzhaut
Person:
Mach, Ernst
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29389/5/
Über «lio Wirkung der räumlichen Vcrthcilung des Lichfrei/os auf die Netzhaut. 
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und licss sie eine bis dreissig Umdrehungen in der Secunde machen. 
In allen diesen Fällen wurde das Odd der Scheibe gleichförmig grau. 
Im Bilde konnten die coneenlrisehcn Ringe nicht unterschieden 
werden. Gibt cs also für das photographische Papier ein Anklingen 
oder Abklingen wie für die Netzhaut, was nach Beqnerd's Ver¬ 
suchen über Fluorcsccnz kaum zu bezweifeln ist, so muss dies in 
ausserordentlich kleinen Zeiten erfolgen. Es hängt also der photogra¬ 
phische Elfcct bei übrigens gleicher Lichtintensität nur von der 
Bestrahlungszeit ab, gleichgiltig in welchen Unterbrechungen 
die Bestrahlung erfolgt. 
Es handelt sich nun noch um den Einfluss der Helligkeit. Eine 
weisse Scheibe (Fig. 2 im Text) war mit drei conccntrischen Ringen 
o. b, c versehen. Der äusserste a war zur Hälfte schwarz. Vom zweiten 
b war ein Viertheil, vom dritten c ein Achttheil geschwärzt. Der 
centrale Theil der Scheibe blieb weiss. Die Scheibe wurde in der 
Rotation photographirt. Es entstanden drei ungleich helle Ringe. Die¬ 
selben wurden von der Photographie abgeschnitten. Aus denselben 
wurden Ringe geformt, die auf den centralen weissen Theil der Photo¬ 
graphie aufgeklcbt wurden. Der aus a geschnittene Ring n bedeckte 
ein Achttheil der Peripherie, der aus b gebildete Ring b' ein Vier¬ 
iheil und der aus c geformte c' die Hälfte. Wurde nun die Photographie 
gedreht, so erschienen a', b', c! gleich hell. 
Dieses Experiment beweist folgenden Satz. Wenn eine rotirende 
Scheibe nach dem Talbot-Plateau’schen Gesetze die Helligkeits- 
curvc y —f(x) darbietet, so gibt die in der Rotation aufgenommene 
Photographie derselben die Hclligkeitscurve Diese 
Curve bietet also dieselben Steigungs-, Krümmungs- und Knickungs¬ 
verhältnisse, wie jene des Originales. 
Für unsere Zwecke ist übrigens die genaue Erfüllung dieser 
Bedingung gar nicht noting. Wir brauchen blos anzunehmen, dass 
die Lichtintensität in der Photographie irgend eine stetige Function 
der Bestrahlungsintensität und Expositionszcit sei und dass auch der 
Diflcrentialquotient dieser Function stetig sei. Hat man nun für die 
Lichtcurve des Originales y=f(iv), so hat man für jene der Photo¬ 
graphie y, — F(y) und es folgt Wird für irgend 
dy 
fiKv 
ilisconlinnirlich, so muss cs auch 
djh 
dx 
werden, d. h. auch 
ein x
        

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