Bauhaus-Universität Weimar

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IX. Bemerkungen über den Raumsinn des Ohres; 
von Ernst Mach. 
In einer altern Arbeit1) glaube ich dargethan zu haben, 
dafs die Klangfarbe eines Schalles von dessen Intensität 
und demnach mittelbar auch von der Entfernung der Schall¬ 
quelle abhänge. Diefs ist so zu verstehen. Abgesehen da¬ 
von, dafs unter Umständen physikalische Ursachen wirken, 
welche in gröfserer Entfernung von der Schallquelle den 
Obertönen des Klanges das Uebergewicht über den Grund¬ 
ton verschaffen, kommt noch eine physiologische Erschei¬ 
nung ins Spiel. Wenn nämlich die Partialtöne eines Klan¬ 
ges auch alle in gleichem Verhältnifs intensiver oder we¬ 
niger intensiv werden, so überwiegen doch in der Empfin¬ 
dung bei Vermehrung der Intensität die tiefem, bei Ver¬ 
minderung derselben die höhern Partialtöne. Der verstärkte 
Klang erscheint bei übrigens gleicher Beschaffenheit voller, 
der geschwächte leerer. 
Ich habe die Thatsache, welche, wie es scheint durch 
Beobachtungen von W. Web er 2), S. Ringer 8), Wylde, 
Stricker4) und mir constatirt ist, auf einen empirischen 
Ausdruck gebracht. Mit Zugrundlegung des Weber- 
Fechner’schen Gesetzes finden wir für die Empfindungs¬ 
intensität y eines Tones von der physikalischen Intensität x, 
welcher bei der Stärke b auf die Schwelle tritt: 
und für einen höheren Ton: 
2) Pogg. Ann. Bd. 24, S. 174. 
3) Pogg. Ann. 1863, Bd. 118, S. 636. 
4) Pogg. Ann. 1864, Bd. 121, S. 335.
        

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