Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Pflanzenzüchtung und Saatguterzeugung in Schweden im Vergleich zu Bayern
Person:
Weller, Konrad
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29341/5/
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50jähriges Bestehen der Bayer. Landessaatzuchtanstalt Weihenstephan 
skr 
DM 
bei uns 
Roggen .............. 
48.85 
41,50 
40,— 
Zuckerrüben mit 16"/o Zucker...... 
7,35 
6,25 
6,50 
1 Liter Milch mit 4°/o Fettgehalt) 
(Erzeugerpreis).......... 
0,36 
0,30 
0,30 
1 Liter Milch (Verbraucherpreis) .... 
0,40 
0,34 
0,42 
1 kg Butter . .'.......... 
5,96 
5,10 
6,30 
1 kg Margarine .......... 
3,96 
3,40 
1,72 
Die Erzeugerpreise sind fast die gleichen wie bei uns; die Verbraucherpreise 
sind aber teilweise niedriger infolge von Staatszuschüssen und geringerer steuer¬ 
licher Belastung der Landwirtschaft. Dazu kommen noch die bedeutend höheren 
Ertragsleistungen sowohl aus dem Pflanzenbau als auch aus der Tierhaltung. 
Von der Fleisch- und Milchproduktion geht man mehr zur vegetabilischen 
Erzeugung über durch Mehranbau von Raps, Weizen, Gerste und Zuckerrüben. 
Einzelne Betriebe haben ihre Kühe schon abgeschafft und bewirtschaften ihre 
Höfe viehlos. Der absolute Kuhbestand hat sich in den letzten Jahren verringert. 
Die Leistung je Kuh wird aber gesteigert. Die Durchschnittsleistung je Kuh be¬ 
trägt in Schweden 3000 Liter, bei den unter Kontrolle stehenden Tieren 3400 
Liter jährlich. Der Milchverbrauch beträgt in Schweden täglich je Person 0,8 
Liter, in Deutschland 0,2 Liter. 
Hervorragend entwickelt ist in Schweden das vorbildliche landwirt¬ 
schaftliche Genossenschaftswesen. Aus der großen Notlage, Ende 
der 20er Jahre, hervorgerufen durch die damalige Welt-Wirtschaftskrise, haben 
die schwedischen Bauern zur Selbsthilfe gegriffen und sich genossenschaftlich 
organisiert. Sämtliche landwirtschaftliche Genossenschaften sind im Zentral¬ 
verband schwedischer Landwirtschaftsgenossenschaften zusammengefaßt. Dieser 
Verband ist eine unpolitische Organisation und bezweckt die Förderung der wirt¬ 
schaftlichen und sozialen Interessen seiner Mitglieder. Die Zahl der Mitglieder 
beläuft sich auf über eine Million. Hinter dieser Zahl stehen sämtliche über 350 000 
Bauernbetriebe und Waldbesitzer Schwedens. Der Umsatz beträgt jährlich 2,5 
Milliarden skr = 2 Milliarden DM. Der Umsatz in der Molkereigenossenschaft 
umfaßt im letzten Jahre 97% der gesamten Milchproduktion Schwedens, 70% 
des Schlächterei-, Eier- und Brotgetreideabsatzes; insgesamt gehen 85—90% der 
gesamten zum Verkauf stehenden Produktion der schwedischen Landwirtschaft 
durch das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen. 
Der Reichsverband und die Zentralvereine besitzen Lagerhäuser mit Ge¬ 
treidesilos, Trockenanlagen, Kraftfutter-, Hühnerfutter- und Mineralfutter- 
Mischwerke, sowie auch andere Anlagen für die Annahme und Lagerung der 
Produkte und Bedarfsartikel, mit denen die Organisation handelt. Fast jedes 
Bezirkslagerhaus besitzt eine Trocknungsanlage für Mähdreschergetreide. Dieses 
wird sofort bei der Ernte bei einem Wassergehalt von 25—30% ins Lagerhaus 
gefahren, getrocknet und als Konsumgetreide eingelagert bzw. an die Mühlen 
weitergegeben.
        

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