Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Pflanzenzüchtung und Saatguterzeugung in Schweden im Vergleich zu Bayern
Person:
Weller, Konrad
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29341/17/
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50jähriges Bestehen der Bayer. Landessaatzuchtanstalt'Weihenstephan 
weizen 70—76 skr. = 59,50—64,60 DM. Die Spanne zwischen Konsum- und 
Originalsaatweizen beträgt demnach zwischen 20 und 26 skr. je 100 kg = 17 bis 
22 DM. Der Verbraucherpreis je 100 kg Hochzucht beträgt bei uns 58,50 DM, die 
Spanne 15 DM. Der Vermehrer erhält einen Grundpreis von 43,50 DM + 7.— DM 
Vermehrerzuschlag, also insgesamt 50,50 DM je 100 kg gereinigtes und anerkann¬ 
tes Hochzuchtsaatgut. 
Von dem Saatgutabsatz werden durch die Verkaufsvereinigungen von Svalöf 
und Weibull etwa 8—9°/o der Qualitätsklasse A (Original) erzeugt und abgesetzt, 
91—92°/o hauptsächlich Qualität B (anerkannter Nachbau) und C wird durch 
Genossenschaften und Handel im Vertragsanbau vermehrt, wobei teilweise den 
Vermehrern eine Abnahmegarantie gegeben wird. In Schweden erfolgt die Über¬ 
nahme des Saatgutes durch den Züchter oder die Vermehrungsfirma als Rohware. 
Die Rohware, die meist mit einem Wassergehalt von 25—30% vom Vermehrer 
angeliefert wird, wird dann getrocknet, gereinigt und als Saatgut hergerichtet. 
Der normale Saatgutwechsel bei Getreide beträgt nach Ansicht von Prof. Aker- 
mann, Svalöf, für Südschweden etwa 20—25%, für Mittel- und Nordschweden 
ist er aber bedeutend höher, da infolge ungünstiger Witterung und später Ernte 
alljährlich aus dem Süden neues Saatgut bezogen werden muß. 
Schweden erzeugt sämtliches Saatgut bis auf geringe Mengen von Luzerne. 
Gemüsearten und Kartoffeln im eigenen Lande. 
IV. Sortenprüfung und Sortenschutz 
In Schweden findet nur eine Registrierung des Sortennamens statt. Original¬ 
saatgut darf nur dann von schwedischen Züchtungen, die im Sortenverzeichnis 
eingetragen sind, verkauft werden. Eine Neuzüchtung muß erst genauestens 
geprüft werden. Svalöf führt eine Vorprüfung von neuen Zuchtstämmen auf den 
acht Filialstationen und bei tüchtigen Landwirten durch. Weibullsholm macht 
solche Prüfungen an zahlreichen, über ganz Schweden verteilte Stellen. Die 
Durchführung dieser vergleichenden Sortenanbauversuche, sogenannte Vorprü¬ 
fungen, erfolgt zum größten Teil durch die landwirtschaftlichen Organisationen, 
zu geringeren Teilen in eigenen lokalen Versuchen des Instituts. Nach dieser 
Vorprüfung erfolgt die Hauptprüfung durch die staatlichen landwirtschaftlichen 
Versuchsstationen. 
Das Sortenversuchswesen liegt ausschließlich in den 
Händen des Staates. Die Zentralstelle für das ganze Land ist das In¬ 
stitut für V e r s u c h s a n s t e 11 u n g an der landwirtschaft¬ 
lichen Hochschule in Ultun a. Jede zu prüfende Neuzüchtung und 
Sorte wird drei Jahre an den großen Stationen, über das Land verteilt, geprüft; 
dann werden sie noch drei Jahre lang an den lokalen Versuchsstellen einer 
Prüfung unterzogen. Ist nun eine große Zahl von Versuchsergebnissen vorhanden 
und hat die Neuzüchtung bei diesen Prüfungen gut abgeschnitten, so wird sie 
nach sechs Jahren als Original zugelassen. Die Entscheidung 
über die Zulassung erfolgt durch die sogenannte „Originalkommission“. Ein Sor¬ 
tenschutz besteht in Schweden nur für solche Sorten, von denen „Originalsaat¬ 
gut“ in den Handel gebracht werden darf.
        

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