Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die landwirtschaftliche Gesellschaftsreise durch Dänemark und Südschweden [mit Plan]
Person:
Taneré, Dr.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29327/8/
Stück 14. 
Äugnft 1898. 
Seite 229. 
(norljer gefd)Iact)tet!). früher, als bie Ausfuhr ttocf) un» 
gehinbert war, tourbe bie hoppelte ,3al)I uon Vieren gemäftet. 
©d)weitte: 55 Stücf (fo roertig, roeil bie Stagermild) 
in ber nahen (Stabt nufcbringenb oerfauft wirb). 
Shafe: 44 Stücf. 
®ie Stolferei wirb mit Sabiator betrieben. ©in ®ampf= 
fßflug ift hier feit 1888 im Setriebe. 
®ie ,3ucferfabrif*Aftien = ®efelïfhaft ^at laut amtlidjer 
Angabe im SMnter 1897—1898 folgenbe Stengen Silben 
oerarbeitet: 
in ©äbtjholm • • • 35 999,5 Tonnen (ju 1000 kg), 
„ TeiJotnotorp . . . 22 833,9 
gufatnmen . . 58 833,4 Tonnen rotje Süben. 
9luf ©äfeppolm rourben folgenbe ©rntemengen erhielt:*) 
1896 
1897 
2ln= 
bau= 
flädje 
ha 
©efamt» 
@rnte 
kf? 
3m SKittc! 
Dom pettar 
kg 
an* 
bau= 
ftädje 
ha 
©efamt» 
6rnte 
kg 
3m mm 
üompettar 
kg 
SStntersSSeijen . 
159 
615 106 
3 964,12 
187 
575 436 
3 077 
Sommer» SSeijen 
8,5 
21150 
2 475 
5 
9 800 
1960 
ÎRogqen . . . 
92 
219 482 
2 387 
68,5 
157 438 
2 290 
©erfte .... 
273 
756 411 
2 768 
299,5 
732 304 
2 483 
.fjafer .... 
66,5 
189 123 
2 849 
82,5 
210 573 
2 552 
©erfte unb Safer 
94 
243 270 
2 595 
101,5 
187 764 
1 843 
SSiden unb Hofer 
98 
229 675 
2 343 
83 
204 820 
2 458 
Hucferrüben . . 
391,5 
15 732 700 
40178 
345 
12 953 850 
37 555 
®îopten . . . 
5,5 
182400 
33 545 
5 
185 190 
36134 
Kleegraä . . . 
154 
538 250 
3 478 
173 
592 550 
3 424 
2Biden=3rutter . 
42 
125 610 
2 990 
24 
82 150 
3 230 
SBtefengraS . . 
44,5 
113 450 
2 550 
36,5 
106 900 
2 931 
SRübenfamen . . 
0,5 
1790 
2 387 
0,5 
2 191 
2 860 
fflrünfutter . . 
94 
— 
— 
112,5 
— 
— 
Kartoffeln. . . 
7,5 
1094 hl 
145 hl 
8,5 
1275 hl 
150 hl 
Am 26. Qitni tourbe bie unter ber tüchtigen unb that« 
fräftigen ßeitung beS Herrn Dr. Hialmar Silffon fteljenbe, 
bem fdjroebtfdjen Saatgudjtoerein gehörige Saatguchtftation 
Soalöf befühl. 
SßaS ©infidjt unb SBiffenfhaft für ben praftifhen Sanb» 
mann bebeuten unb gu leiften oermögen, roie in ber Sanb» 
ratrtfhaft IßrajiS unb SBiffenfhaft Iteute ein ungertrennlidEjeS 
©ange bilben, raie beibe Hanb in Hanb mit einanber getjen 
follen, bafür bürfte beit Teilnehmern an ber ©efellfäjaftSreife 
nod) fein padenberer SeweiS oor Augen geführt toorbeit fein 
als in ben oortrefflidEjen ©inrid)tungen ber Soalöfer Anftalt 
unb ihrem oon ^errtt Dr. Silffon höhf* anfdjaulid) er» 
örterten ArbettS»Serfahren. 
®er erfte Seiter ber Anftalt (1886—1890), weih« fnh 
um biefelbe unb ihre gebeihltcbe ©ntwidlung fehr oerbient 
gemad)t hat, tour TI)- o. Seergaarb, ein Schleswig» 
Holfteiner, je^t ©utSbefitjer auf ©cffwf bei griebrid)§ort. 
„Soalöf oerbanft feine Serühtntheit hauptfadjlid) ber 
hier betriebenen ^Pflangeitäudht. ®iefe toirb gur 3eit oon 
gwet oerfchiebenett unb gewiffermaken felbftctnbigen Unter» 
nehmungen auSgeübt, bent (Sdjtoebifcfjen Saatguht'Serein 
unb ber Allgemeinen Shtoebifhcn Saatgut»Aftien=©efeHfhaft, 
bie beibe ben gleichen XUfprung haben unb mit einanber in 
regen Schiebungen flehen. 
®er eigentliche Urheber ber gangen SBirffamfeit beS 
(Sdtjioebifdjen Saatgud)t=SereineS toar ber nod) jetst in ©oalöf 
*) ®afj bie TOittelerträge hier reibt ntebrig auSfaïïeu, bot u. a. 
feinen ©runb barin, baff fämtlidje Höfe ï)ier mit eingerechnet fiitb, 
j. 23. ®edomotorp, baS erft feit ein paar fahren im 23efipe ber 
9Utien»©efelIfd)aft fid) befinbet. ®ie ©üte ber ©rnte »on ©äbpboim 
ift allgemein berühmt. 
raohnhafte ©utSbefijjer S. SBelinber, ber mit Unter» 
ftüçung beS jefct oerftorbenen fjreiherrn g. ©. ©pllenfroof 
unb einiger anberer ©rokgrutibbefiher ber fßrooitig ©dfonen 
im Slai 1886 einen „©übfdjraebifchen Serein gur Züchtung 
unb Serebelung oon Saatgut" ftiftete, gu bem Siebte, bie 
lanbroirtfchaftlid)e fßflangenfultur SdpoebenS, toenn möglich, 
gu heben, in erfter Seihe burd) Herbeifhaffung befferer 
©etreibeforten foraie gutterpflangen. 
Siit ber rein güdjterifhen unb raiffenfdjaftlihen Thätigfeit 
rourbe in ben erften fahren ein unter Stuffirfjt be§ SereinS 
ftehenbeê @etreibe»Saat«©efhäft oereinigt, um baburd) bie 
Sanbwirte mit ben Sorteilen eines oollfommenen unb flrettg 
fortterten Saatgutes oertraut git machen. 
Slittlerroeüe hatte fidj in gang Schweben eine fo rege 
Anteilnahme für bie hie* eingefdjlagene Sidjtung beS laitb» 
toirtfdfaftlichen SereinSwefenS geltenb gemacht, baff einerfeits 
ber Soalöfer Serein binnen SahreSfrift fiel) gu einem „All» 
gemeinen Sdftoebifchen Saatgud)t=Serein" erroeitert hatte unb 
anbererfeitS eine ähnliche Unternehmung, „®er Saatgucht» 
oerein SUttelfd)toeben§" — feboch mit engerer, mehr rein 
praftifdjer Aufgabe — 1889 in Örebro gu Stanbe gefommen 
raar. ©ine Serfdjmelgung biefer beibett oerraanbten Anftalten 
fattb im 3-ahre 1894 ftatt, uttb fo entftanb ber jehige „Schioe» 
bifche ©aatgucE)t=Serein", ber feitbem einen roidjtigeit Teil 
feiner Arbeit nach SUttelfdftoeben oerlegt hat. 
Serbanft bie güdfterifche Thätigfeit in Soalöf alfo ihren 
Anfang rein prioater Anregung, fo oerbanft fie bod) ihren 
jetiigen h°he11 ©tanbpunft unb ihre ®auerhaftigfeit in erfter 
Seihe ber fräftigen Unterftütjung mit ©elbmitteln burch 
bie öffentlichen Sehörbett SdftoebenS. Sach einigen oor» 
läufigen Unterftühungen ber Segierung fieht fid) nämlich ber 
Serein feit 1891 im ©enujf einer jährlichen Unterftühung 
oon 15000 fronen, oom SeidjStage beroittigt, nebft 3000 ßro» 
neu al§ befottberem 3ufthufe (um ben Kleinbauern gute Saaten 
gu gewähren). Salb traten auch bie in Schweben befonberS 
reih auSgeftatteten König!. 8anbtoirtfd)aftlid)en ©efeUfdfjaften 
fämtliher fßrooingen mit jährlidjen Seiträgeit bei, bie äugen» 
blieflid) ungefähr biefelbe Summe wie bie ftaatlidje Unter» 
ftühung erreidft haben. ®agu fontmett noh bie eigenen 
SUlgliebSgebühren beS SereinS. ®ie jährlichen ©infünfte 
belaufen fid) fomit im gangen auf ungefähr 40 000 Kronen. 
Sßähreitbbeffen hatten fid) bie Arbeiten, wie bie fpaupt» 
Anftalt in Soalöf felbft tnäd)tig entwicfelt. 9Bid)tige An» 
regungen, neue©efiht§punfte, oerbefferte3ud)twahl»Serfahren, 
fotoie eine gange Seihe neu erfonnener SBerfgeuge uttb ipilfS* 
geräte liefeen halb erfentten, bak hier enblih ein befferer, 
oieüeid)t ber richtige 2Beg gitr enbgülttgen Soiling ber toirt» 
fhaftlicf) fo überaus mihtigen grage ber erheblichen Ser» 
beffentttg ber lanbwirtfhaftlid)en Kulturpftangen eingefdjlagett 
wäre. 
©ine nähere ©rörterung ber bieêbegiigïihen ©iwgelheiten 
ber 3ud)twal)I » Serfahren uttb ber rein wiffenfdjaftlidEjen 
©runbfähe erfolgte an Drt unb Stelle burh ^errn 
Dr. Silffon. ©§ ift barauf hiaguweifen, bak ber Sefucher, 
wenn er heutgutage itt Soalöf burh ben Anblicf einer 
groken, ftattlih gebauten unb mit neuen Hilfsmitteln reih 
auSgeftatteten Anftalt unb ttoh atehr oon ber Stenge gang 
neuer, fertiger 3äd)tungScrgeugniffe überrafd)t wirb, boh 
nah etuer ©rflärung fold) rafdjer ©rfolge ntht gu fudjeit 
brauht. Slan ift eben gum erftenmal hier auf ben ©ebanfen 
gefommen, eine grökere, mit ©elb unb fahtnäkigen ArbeitS» 
fräften ooüfommen auSgerüftete Anftalt eigens bafür eingu» 
rihten, bie pflanglihe Serebelung planmäkig unb wiffenfhaftlih
        

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