Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Wettbewerb der dänischen und der schwedischen Landwirte mit Deutschland. Reise-Erinnerungen
Person:
Stutzer, A.;Paul Gisevius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29326/32/
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Die Saatzuchtanstalt in Svalöf. 
Sorten sind sehr frühreif. Das Stroh ist schlecht. Später fand man 
noch weitere solche Typen auf, und diese Systematisierung der Typen 
ist eben jetzt die Hauptaufgabe bei den Untersuchungen bei Hafer 
wie bei den anderen Getreidegattungen in Svalöf geworden. Man 
stellte Systeme auf, die als Leitfaden bei der Züchtung dienen. 
Ein anderes wichtiges Arbeitsgebiet betrifft die Körnerzahl der 
Ährchen. Die Untersuchungen zur Klärung dieser Verhältnisse zeigten, 
dass je mehr Körner im Ährchen entstehen, desto grösser auch die 
Körner sind, und umgekehrt. Es zeigte sich ohne Ausnahme, dass 
immer das Gewicht der Körner in jedem Ährchen mit der Zahl der¬ 
selben steigt; ja die Regelmässigkeit dieser Steigerung ist sogar eine 
sehr überraschende. Auch die Steigerung des Korngewichts von 
unten nach oben ist eine sehr regelmässige. Es ist zwar richtig, 
dass das drittte Korn bei dreikörnigen Hafersorten kleiner ist als 
die anderen, aber das dritte Korn kommt dann zur Sekundaware und 
nur die zwei anderen Körner zur Primaware, während bei ein- und 
zweiblütigen Hafersorten immer nur ein Korn zur Primaware gehört. 
Es wird daher durch die Dreikörnigkeit eine grössere Gleichmässig- 
keit der Körner erzielt. Es konnte ferner festgestellt werden, dass 
gewisse Hafersorten in guten Jahren die Neigung zur Dreikörnigkeit 
zeigten, während in schlechten Jahren diese Eigenschaft weniger 
hervortrat. Es ist demnach ratsam, dreikörnigen Hafer zu züchten; 
man ward dadurch nicht immer ein grösseres Tausendkorngewicht, 
aber stets eine grössere Gleichmässigkeit erreichen. Dasselbe wird 
auch von Weizen und Roggen gelten. 
Bezüglich der Gerste besitzen wir schon eine natürliche Ein¬ 
teilung in a) distichum (nutans und erectum), b) tetrastichum und 
c) hexastichum. Die Nutansgerste hat den lockersten Halm und 
das weichste Stroh. Diese Eigenschaften sind bei den Erectum- 
gersten bessere und bei distichum überhaupt bessere als bei tetra¬ 
stichum und hexastichum. Die Grenze zwischen diesen beiden Arten 
nutans und erectum ist keineswegs eine ganz scharfe; so gibt es 
Erectum-Arten mit hängender Ähre u. s. w. Ein schärferes Unter¬ 
scheidungsmerkmal haben wir an der Basis des Korns, indem die 
eine Art nutans schräge abgeschnitten erscheint, während die andere 
Art erectum mit einer Querfalte versehen ist. 
Bezüglich des Weizens ist die Ährenform und namentlich die 
Breite der Ähre zum Ausgangspunkte genommen worden. Wir unter¬ 
scheiden z. B. : a) Triticum compactum oder Igelweizen mit sehr dichter 
Ähre, grosser Halmstärke, dickem und kurzem Korn, das etwas zu¬ 
sammengedrückt ist und sehr fest in der Spelze sitzt; er wird in
        

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