Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Wettbewerb der dänischen und der schwedischen Landwirte mit Deutschland. Reise-Erinnerungen
Person:
Stutzer, A.;Paul Gisevius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29326/11/
Pflanzenbau und Düngung. 
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II. Rotation. 
1. Roggen, Weizen. 
2. Mengesaat. 
3. Runkeln mit Stalldung. 
4. Erbsen. 
5. Griinfuttermischungen. 
6. Gerste. 
7. Klee. 
8. Klee, dann Johannisbrache. 
Ausserdem war noch ein Sortenzuchtgarten vorhanden, der aus¬ 
schliesslich der Sortenzüchtung und Sortenbeobachtung in kleinen 
Parzellen dient, und der naturgemäss unsere Aufmerksamkeit be¬ 
sonders fesselte. Es werden hier neue Sorten durch Veredelung älterer 
Sorten, durch Benutzung von Naturspielen (spontanen Variationen), 
durch natürliche Kreuzung, selten durch künstliche Kreuzung ge¬ 
wonnen. Nach der Ansicht Hansens, die später auch von Herrn 
Nilsson in Svalöf als zutreffend erachtet wurde, kommen natürliche 
Kreuzungen auch bei solchen Pflanzen häufig vor, die wir im allgemeinen 
als nur der Selbstbestäubung unterliegend ansehen, besonders wenn 
recht warme Sommer eintreten und recht warme Tage in der Blütezeit 
vorhanden sind. Selbst zwischen Weizen und Spelz will Hansen 
natürliche Kreuzung beobachtet haben. So sind bei jeder Fruchtart 
sehr zahlreiche, teilweise hunderte Stämme (z. B. 800 Gerstenstämme) 
gewonnen und in Beobachtung genommen worden. Die Stämme 
werden mehrere Jahre hindurch beobachtet; zum teil liefern sie 
weitere Variationen und damit neue Stämme, zum teil erweisen sie 
sich als konstant, werden dann auf ihren Anbauwert hin geschätzt 
und unter Umständen vermehrt. Die besten Stämme kommen nach 
der Vermehrung in die vorhin genannten Rotationen, um dort auf 
den etwas grösseren Parzellen weiter auf ihren Anbauwert hin ge¬ 
prüft zu werden. Wintergerste (zum teil aus Sommergerste gezüchtet), 
Sommergerste, zwei- und vierzeilig, Hafer, Winter- und Sommer¬ 
weizen, Spelz, Wicke in verschiedenen Arten, Kartoffeln, Runkeln, 
Buchweizenarten und verschiedene Futterpflanzen waren in Arbeit 
genommen. Besondere Aufmerksamkeit erregten u. a. ein Stamm un¬ 
behaarter Sandwicke, Kreuzungsformen zwischen Squarehead-Weizen 
und Spelz, sowie ein zu Grünfutterzwecken besonders geeigneter so¬ 
genannter Roggenbuchweizen, Polygonum fagopyrum rotundatum 
(nach Hansens Mitteilung von Haage & Schmidt-Erfurt bezogen). 
Unter den Roggensorten fielen Petkuser und Bretagner als am besten
        

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