Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Anleitung zur Getreidezüchtung auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage
Person:
Rümker, Kurt von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29302/172/
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Sic timfttidje freujung. 
t()obtfc£)e 3ud)twaf)l wirb bei jebem wertooll fcfjeirtenben SlppuS jo lange 
fortgefetd, bis er fonftant geworben ift, unb in ber Dïadjpdjt feine 2X6= 
önberungen nttb 9\ücffd)läge mehr geigt. ®er bafür erforberlidje $eit* 
rannt ift fefjr ocrid)iebeit ; manche ©orten Werben in 4—6 gapren, 
anbere and) erft in 10—12 galten fonftant. gjt bie Äonftang einer 
gönn erreicht, fo wirb biefefbe pnädjft auf ben BerfudjSparjeHen in 
2—3 Satjren einer Prüfung auf ihren Slnbautoert unterworfen. Senn 
fie bort i^re Sigeufdjaften jtt behalten fdjeiut, unb gute ©rträge beim 
21nbau im ©rofsen üerfpridjt, fo baut man fie im ©rofjen auf bem gelbe 
unb gur Prüfung ihrer Äonftanj Womöglich unter oerfdjiebencn Kultur* 
bebingungen ait. §at fie eine üoïïfommene Sonftang erreicht, fo fann 
ber ßüdjter bie ©orte unter einem neuen tarnen an bett ©aatmarft 
bringen, Wo fie fid) bei gutem SulturWert bafb 2Xbfab, Oerfdjaffen Wirb. 
SDÎan fjitfe fid) aber, eine gönn im ©rofjen ober aud) nur auf ben 
SSerfuch§h arg eil en früher angubauen, als bis fie bie nolle Sonftang erreicht 
gu hoben fdjeint, benn baburcl) fann man bie .güdjtung um uiele gafjre 
gurüdbringen. ®ie Slbänberungcn treten unter foldjen tlmftänben fofort 
toieber maffenfjaft auf, unb ber gange ©hnra^er ift in @efat)r, oerwijdjt 
gu Werben unb Oerloren gu gehen. Um baS gu oerhinbern, muh man in 
foldjem galle bie ©orte in ben gudjtgarten gurüdbringen, unb bie gange 
methobifdje .gudjtwahl oon Oorn beginnen. ®aS giebt eine Bergögernng 
um mehrere gal)re, bie fehr unwillfommen ift, ba bie 9Jtet()obc ber 9teu= 
güdjtung oon ©orten burd) fünftlidje Sreugung fd)on, wenn alles glatt 
geht, geit genug erforbert, el)e man pofitioe Dîefultate erreicht. Über bie 
Dïefultate ift aber nie früher ein enbgültigeS Urteil möglich, olé bis bie 
ÄreugungSprobufte einen mehrjährigen, felbmäfjigen 21nbau mit üblichen 
Sbrillweiten hinter fid) haben, auS benfelbett ©rünben, weld)c id) fdjoit in 
einem früheren finpttel über bie Beurteilung ber 3ud)tprobufte anS= 
geführt habe. 
Sie auS biefer fitrgen ©fi^ge erfid)t(id), ift bie metbobifdje QivfyU 
Wahl bei weitem baS Schwierigere, Wäprenb bie Operation ber Sreugung 
felbft, rein mechnnifdjer Sîatur ift, unb hauptfädjlidj Oon ©enanigfeit, 
Sorgfalt unb panblidjer ©efd)icflid)feit abhängt. ®ie nadjfolgenbe 91uS= 
lefe ift aber baS ©ebiet, auf Welchem bie güd)terifd)e Begabung unb ber 
jüd)terifd)e Blicf gur ©eltung fommen, um bie UuSlefe richtig gu leiten. 
®ah babei aud) ein gutes Steil ©lüd mithilft, liegt auf ber ipanb, benn 
ob bie Bereinigung gWeier ©orten burd) fünftlidje Sreugung überhaupt
        

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