Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Winterweizenarbeiten in Svalöf in den Jahren 1900 - 1912
Person:
Nilsson-Ehle, Herman
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29288/15/
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Nilsson-Ehle: 
zweifellos bessere Gesamtkombinationon erreicht .waren, daß aber mit der 
mäßig oder ziemlich viel erhöhten Winterfestigkeit die guten Eigenschaften 
des Squareheads nur zum Teil beibehalten wurden. Wenn diese Sorten nach 
dem oben Gesagten aus spontanen Kreuzungen zwischen den wenig winter¬ 
festen, ertragreichen Sorten und winterfesteren Sorten herrühren, dann ist 
auch dies Verhältnis im Licht des jetzt über die Kompliziertheit der Spaltung 
Gesagten ganz verständlich. 
Daß man nur nach und nach Vordringen kann, hat aber auch viele 
andere Gründe. Ich denke dabei ganz besonders an die Methoden zur Be¬ 
urteilung der Ertragfähigkeit. Ich kann meine ganze Erfahrung in dieser 
Sache so zusammenfassen, daß ich keine andere sichere Methode zur 
Beurteilung der Ertragfähigkeit kenne als die direkte Prüfung, 
das direkte Ermitteln dos Ertrages von einer Reihe neben¬ 
einander angebauten Nachkommenschaften. Daß man nicht nach 
äußeren Merkmalen die Ertragfähigkeit ermitteln kann, davon gibt es heut¬ 
zutage gar zu viel Beispiele. Als eines der am meisten frappanten Beispiele 
sei die neue, ganz hervorragende, dänische Züchtung Tystofte Smaa- 
weizen erwähnt, die unter den ertragreichsten Sorten steht, die man aber 
mit ihren ziemlich klein aussehenden Ähren niemals nach dem äußeren 
Typus ausgewählt hätte. Die Möglichkeit zum direkten Vergleich einer Reihe 
von Nachkommenschaften hat aber ihre praktischen Grenzen: man kann 
unmöglicherweise so viele Nachkommenschaften miteinander vergleichen, daß 
damit die ganze Spaltung der Ertragfähigkeit, wenn diese sehr kompliziert 
ist, mit in Betracht kommt. Auch wenn bei der Spaltung die möglichen, 
nachgestrebten Extreme der Ertragfähigkeit sich bilden, ist es dennoch damit 
nicht gesagt, daß man dieselben findet; das Glück wird dabei immer eine 
gewisse, nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Dazu kommt noch, daß 
solche Eigenschaften, wie Winterfestigkeit, Resistenz gegen Rost u. a. nicht jedes 
Jahr beurteilt werden können, sondern bisweilen erst nach langen Intervallen. 
Dies alles muß natürlich zusammen bewirken, daß man nur nach und 
nach vorwärts kommen kann. Man muß sich damit begnügen, all¬ 
mählich kleine Fortschritte in der nachgestrebton Richtung zu 
machen. Das Prinzip wird dabei fortgesetzte Kombinationsarbeit.1) 
Die Kreuzungen bei dieser fortgesetzten Kombinationsarbeit werden denn 
dreierlei Art: 1. Kreuzungen zwischen den verschiedenen, ausgeleseneu, inter- 
‘) Es braucht wohl kaum hervorgehoben zu werden, daß „wiederholte Kreuzungen“ 
in dem hier angewendoteu Sinno nicht etwa wiederholte Kreuzung der ersten Generation 
mit den Eltern, sondern fortgesetzte Kreuzungen zwischen den aus Kreuzungen ausgelesenen 
und auf ihren praktischen Wert genau gekannten, neuen Sorten bedeuten. Es geht dies 
aus der folgenden Darstellung näher hervor. So ist Extra-Squarehead II eine bessere Kom¬ 
bination, aus Kreuzung Extra-Squarehead x Grenadier gezüchtet. Seitdem diese neuo Sorte auf 
ihren praktischen Wert genau bekannt ist, konnte es von Interesse sein, dieselbe mit einer 
der Elternsorten zu kreuzen, wenn dadurch eventuell eine noch bessere Kombination zu er¬ 
reichen wäre. In der Tat ist dies der Fall, und so ist Extra-Squarehead II mit Grenadier II 
gekreuzt worden, mit nachfolgenden, mehr wie erwartet guten Resultaten, worauf ich jedoch 
liier nicht näher eingehen kann.
        

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