Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntnis der Erblichkeitsverhältnisse der Eigenschaft Winterfestigkeit beim Weizen
Person:
Nilsson-Ehle, Herman
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29287/5/
Zur Kenntnis der Erblichkeitsverhältnisse beim Weizen. 
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der Kreuzung Sonnenweizen x Extra-Square-head II. Diese wurde 1908 
ausgefiilirt. Aus F2 (1910) wurden 192 Pflanzen ausgenommen und auf 
separaten Beeten vermehrt, so dass in F3 (1911) 192 Nachkommen¬ 
schaften, jede von etwa 1 qm Grösse, in Reihen, von gewöhnlicher 
Zwischensaat unterbrochen, nebeneinander und neben den Eltern wuchsen. 
Weder F1? F2 noch Fs wurde aber vom Winter geschädigt. Der Winter 
1911, der sogar die empfindlichsten Sorten nur wenig schädigte, war zu 
mild, um Differenzen in den F3-Nachkommenreihen hervortreten zu lassen. 
Die Auswahl von F3-Nachkommenschaften musste somit ohne Rücksicht 
auf Winterfestigkeit gemacht werden.1) Es wurden von den 192 Nach¬ 
kommenschaften 42 ausgewählt und gedroschen. Aus der Ernte wurde 
Aussaat genommen zum weiteren Anbau und Ertragsprüfung neben den 
Eltern auf etwas grösseren Parzellen (0,75 X 6 m; zweimal wiederholt). 
Jede von den ausgewählten 42 Linien2) wurde somit auf 2 Parzellen 
weitergebaut; diese Parzellen lagen, um zufällige Bodendifferenzen uswr. 
einigermassen zu eliminieren, in verschiedenen Teilen des Versuchsfeldes. 
Auf jeder Parzelle wurde genau dieselbe Körnerzahl (600) in gleicher 
Entfernung (Verband 15:5 cm) ausgesät. Bei dieser ganz gleichmässigen, 
freistehenden Anordnung der Pflanzen ist der verschiedene Einfluss des 
Winterfrostes auf verschiedene Linien leichter festzustellen als bei den 
dicht gesäten Parzellen; die Ausschläge werden oft grösser, deutlicher. 
Im Gegensatz zum Winter 1911 wurde der Winter 1912 für den 
Weizen in Schonen ziemlich schädlich, auf Stellen mit ungenügender 
Schneedecke sogar der schädlichste seit dem Winter 1901. Der Schaden 
traf im Januar ein, bei lange andauernder starker Kälte (— 26° C.). 
Auf dem betreffenden Versuchsfelde war die Schneedecke ziemlich gut 
und wenig unregelmässig verteilt, und der Schaden wurde deshalb nicht 
so gross wie auf schneefreien Stellen, wo sogar eine relativ so winter¬ 
feste Sorte wie Extra-Square-head teilweise stark auswinterte. Hier er¬ 
streckte sich dagegen der erhebliche Schaden nur bis Grenadier II, bei 
welcher Sorte mindestens die Hälfte der Pflanzen vollständig ausstarben, 
während der Rest abgeschwächt wurde. Unbedeutend war der Schaden bei 
Extra-Square-head II, etwas ungleich gross bei verschiedenen Parzellen ; 
bei der am schlechtesten gestellten Parzelle wurde nach allgemeiner 
Schätzung höchstens 1/5 der Pflanzen ganz vernichtet und die Ab¬ 
schwächung der übrigen Pflanzen stand im Verhältnis dazu. Bei 
Sonnenweizen wurden überhaupt kaum einige Pflanzen getötet, wohl 
aber mehr oder weniger abgeschwächt, mit teilweise abgefrorenen 
Blättern und Sprossen. Ganz unbeschädigt erschienen (auf anderen 
aber naheliegenden Parzellen) der Landweizen, Linien aus Kreuzung 
Landweizen x Pudelweizen usw. 
1) Betreffend die Auslesemethoden verweise ich auf den Breslauer Vortrag. 
2) Mit „Linie“ wird hier selbstverständlich nur die direkte Vermehrung je einer 
Bä-Pflanze gemeint.
        

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