Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Versuche über Pflanzenhybriden. Zwei Abhandlungen (1865 und 1869)
Person:
Mendel, Gregor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29259/46/
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Gregor Mendel. 
constante Combinationon zulassen, und eine davon ist immer 
gleichartig mit den befruchtenden Pollcnzcllen. Demnach ist 
für alle derartigen Versuche die Möglichkeit vorhanden, dass 
schon aus der zweiten Befruchtung eine coustanto Form ge¬ 
wonnen wird, welche der Pollenpllanze gleich kommt. Ob 
dieselbe aber wirklich erhalten wird, hängt in jedom einzelnen 
Falle von der Zahl der Versuchspflanzen ab, sowie von der 
Anzahl der dilforirondon Merkmale, welche durch die Be¬ 
fruchtung vereinigt wurden. Nehmen wir z. B. an, die für 
den Versuch bestimmten Pflanzen wären in 3 Merkmalen ver¬ 
schieden und es sollte die Art AB G in die andere abc durch 
wiederholte Befruchtung mit dem Pollen derselben umge- 
wandclt werden. Die aus der ersten Befruchtung hervor¬ 
gehende Hybride bildot 8 verschiedene Arten von Keimzellen, 
nämlich : 
ABC, ABc, AbC, aBG, Abc, aBc, abC, abc. 
Diese werden im zweiten Versuchsjahre abermals mit 
dem Pollen abc verbunden und man erhält die Heike: 
AaBbCc -f- AaBbc -|- AabCc 4- aBbGc -f- Aabc + aBbc 
—}— ab Gc —J— abc . 
Da die Form abc in der 8 gliederigen Beihe einmal vor¬ 
kommt, so ist es wenig wahrscheinlich, dass sie unter den 
Versuchspflanzen fehlen könnte, wenn diese auch nur in einer 
geringen Anzahl gezogen würden, und die Umwandlung wäre 
schon nach zweimaliger Befruchtung vollendet. Sollte sie zu¬ 
fällig nicht erhalten werden, so müsste die Befruchtung an 
einer der nächstverwandten Verbindungen Aabc, aBbc, ahCc 
wiederholt worden. Es wird ersichtlich, dass sich ein der¬ 
artiges Experiment desto läugor hinausziehen müsse, jo klei¬ 
ner die Anzahl der Versuchspflanzon und je grösser 
die Zahl der differirondon Merkmale an den beiden 
Stammarteu ist, dass ferner bei den nämlichen Arten leicht 
eiuo Verschiebung um eine, selbst um zwei Generationen Vor¬ 
kommen könne, wie es Gärtner beobachtet hat. Die Um¬ 
wandlung weit abstehender Arten kann immerhin erst im 
5. oder 6. Ycrsuchsjahro beondot sein, indem die Anzahl der 
verschiedenen Keimzellen, welche au der Hybride gebildet 
werden, mit den diflerironden Merkmalen nach den Potenzen 
von 2 zunimmt. 
Gärtner fand durch wiederholte Versuche, dass die
        

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