Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Versuche über Pflanzenhybriden. Zwei Abhandlungen (1865 und 1869)
Person:
Mendel, Gregor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29259/36/
34 
Gregor Mendel. 
überwiegend violetter Blütbenfarbo batten dunkelbraune, 
schwarzbraune und ganz schwarze Samen.2«) 
Der Versuch wurde noch durch zwei Generationen unter 
gleich ungünstigen Verhältnissen fortgoführt, da selbst unter 
den Nachkommen ziemlich fruchtbarer Bilanzen wieder ein 
Thcil wenig fruchtbar oder ganz steril wurde. Andere 
Blüthcn-.und Samenfarben, als die angeführten, kamen weiter 
nicht vor. Die Formen, welche in der ersten Generation eines 
oder mehrere von den reccssiven Merkmalen erhielten, blieben 
in Bezug auf diese ohne Ausnahme constant. Auch von jenen 
Pflanzen, welche violette Blüthen und braune oder schwarze 
Samon besassen, änderten einzelne in den nächsten Generationen 
die Blumen- und Samenfärbe nicht mehr, die Mehrzahl jedoch 
erzeugte nebst ganz gleichen Nachkommen auch solche, welche 
weisse Blüthen und eben so gefärbte Samenschalen erhielten. 
Die'föthblüheuden Pflanzen blieben so wenig fruchtbar, dass 
sich über ihre Weiterentwicklung nichts mit Bestimmtheit 
sagen lässt. 
Ungeachtet der vielen Störungen, mit welchen die Beob¬ 
achtung zu .kämpfen hatte, geht doch so viel aus diesem Ver¬ 
suche hervor, dass die Entwicklung der Hybriden in Bezug 
auf jene Merkmale, welche die Gestalt der Pflanze betreffen, 
nach demselben Gesetze wie bei Pisuni erfolgt, Eücksichtlieh 
der Farbenmprkninlo scheint es allerdings schwierig zu sein, 
eine genügende Üebereiustimmung aufzufiudon. Abgesehen 
davon, dass aus der Verbindung einer weissen und purpur¬ 
rotheu Färbung eine ganze Reihe von Farben hervorgeht, von 
Purpur bis Blassviolett.und-Weiss,-muss -auch der-Umstand 
auffallen, dass unter 31 blühenden Pflanzen nur eine den 
reccssiven Charakter der-weissen Färbung erhielt, während 
das bei Pisuni durchschnittlich schon au jeder vierten Pflanze 
der Fall ist. 
Aber auch diese rätselhaften Erscheinungen würden sich 
wahrscheinlich nach dem für Pisum geltenden Gesetze erklären 
lassen, wenn man voraussetzen dürfte, dass die Blumen- und 
’ Samenfarbe des Ph. multillorus aus zwei oder mehreren ganz 
selbstständigen Farben zusammengesetzt sei, die sich einzeln 
ebenso verhalten, wio jedes andere constante Merkmal au der 
Pflanze. Wäre die Blüthenfarbe A zusammengesetzt aus den 
selbstständigen Mcrkmalon At + A% -f-.....i welche den 
Gcsammteindruck der purpurrothen Färbung hervorrufen, so 
müssten durch Befruchtung mit dom differirenden Merkmale
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.