Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Entwicklung und Organisation der Pflanzenzüchtung in Dänemark, Schweden und der Probstei
Person:
Holtmeier-Schomberg, Hermann
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29242/9/
Die Entwicklung und Organisation der Pflanzenzüchtung in Dänemark etc. 351 
Die Grünfuttermischungen in den Hauptgängen werden im Sommer 
beseitigt, um den Zutritt zu den Parzellen zu erleichtern. Dagegen be¬ 
rührt man die Isoliergewächse Sommerroggen und Bohnen nicht eher, bis 
die Parzellen geerntet werden. Mitunter wird auch während der Vegetations¬ 
zeit der Pflanzen gehakt, besonders wenn der Boden stark verkrustet ist, 
oder wenn es gilt schlecht durch den Winter gekommene Saaten aufzuhelfen. 
Im Verlauf des Sommers wird jede einzelne Sorte auf ihre charak- 
terischen, äusseren Eigenschaften hin beobachtet, wie Bestockung, Form, 
Stellung und Farbe der Blätter, Bauart und Stellung der Ähren bezw. 
Rispen zum Halm usw. Findet man Variationen, so werden die betreffen¬ 
den Pflanzen durch ein Bändchen bezeichnet und bei der Ernte näher be¬ 
schrieben. Dagegen macht mau keine Aufzeichnung über das Erscheinen 
der einzelnen Blätter, auch wird die Länge der Blätter und Halme auf dem 
Felde nicht gemessen. Die Zeit der Blüte und verschiedenen Reifestadien, 
also nur Momente, die sich bei der grossen Menge der in Frage kommen¬ 
den Sorten auch wirklich durchführen lassen, werden beobachtet und da¬ 
rüber Bemerkungen gemacht. 
Die Ernte geschieht mit der Sense. Das Getreide wird zusammen- 
gebunden und je 10 Garben zusammen in einer Hocke aufgestellt, über die 
von oben zum Schutz eine Garbe gestülpt wird. Ist die Ernte einer Par¬ 
zelle genügend trocken, so wird sie in einen grossen Sack gesteckt, der 
gleich auf dem Felde zugeschnürt und mit einer 13 x 15 cm grossen 
Bleiplatte etikettiert wird. Zum Zubinden der Säcke und das Anheften 
der Etiketten benutzt man galvanisierten Eisendraht. Ohne diese Siclier- 
heitsmafsregel würde sonst leicht eine Vermischung oder Verwechselung 
der verschiedenen Sorten Vorkommen können. Das Dreschen geschieht 
in einem eigens dafür eingerichteten Raum mit einer kleinen Stiftendresch- 
maschine. Gleich nach dem Dreschen werden die Sorten mit einer Triumpf- 
windfege gereinigt. Bei allen genannten Arbeiten wird die peinlichste 
Sorgfalt darauf verwandt, dass ein Vermischen der verschiedenen Sorten 
nicht vorkommt. 
B. Die Beurteilung der Ernten. 
Vom Beginn der vergleichenden Versuche an (1886) hat die Anzahl 
der angebauten Sorten oft gewechselt. Bis zum Jahre 1891—1892, in 
welchem 150 verschiedene Sorten angebaut wurden, ist ein ständiger Zu¬ 
wachs zu verzeichnen, darauf scheint in den folgenden Jahren eine Ver¬ 
minderung der Sorten vorgenommen zu sein, so dass 1894—1895 nur noch 
80 Nummern angebaut wurden, doch gegen Ende der neunziger Jahre 
macht sich wiederum eine erhebliche Steigerung geltend. Die Einschränkung 
der Zahl der im Anfang der neunziger Jahre angebauten Sorten beruhte 
auf einer strengen Auslese, die damals zur Läuterung des ganzen Ver¬ 
edlungsmaterials vergenommen wurde. 
Ende des Jahres 1894 begann man auch mit verschiedenen Roggen¬ 
sorten vergleichende Anbauversuche zu machen, die dann später einige 
Zeit eingestellt, neuerdings aber wieder aufgenommen sind.
        

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