Bauhaus-Universität Weimar

[8] § 1. 
Die Erscheinungen belebter Körper haben vorzüglich in der 
Materie ihren Grund. 
An den Dingen der Sinnenwelt nehmen wir durch Hilfe 
unserer Sinne Veränderungen wahr, die wir, insofern wir sie 
durch die Sinne wahrnehmen, Erscheinungen nennen. Diese 
Veränderungen sind uns aber nicht anders als durch Bewegung 
denkbar. 
Die Erscheinungen in der Sinnen weit, als Objekt des 
äußeren und des inneren Sinnes betrachtet, haben entweder in 
der Materie, nämlich in andern Erscheinungen eines aus¬ 
gedehnten, beharrlichen und mit Beweglichkeit versehenen 
Wesens, oder in Vorstellungen ihren Grund. 
[9] Materie nehmen wir als ein Objekt im Baume durch 
Hilfe unserer äußeren Sinne wahr, und zeigen durch dieses 
Wort den Inbegriff sinnlicher Prädikate an, die wir an einem 
Objekte des äußeren Sinnes wahrnehmen. Materie bleibt also 
immer noch Erscheinung; der letzte absolute Grund materieller 
Erscheinungen ist ein bloßer Begriff, und die Aufgabe, was 
dieser absolute Grund eigentlich sei, hat keinen verständlichen 
Sinn für uns. 
Vorstellungen nehmen wir durch Hilfe unseres inneren 
Sinnes wahr. Sie sind also in der Erfahrung ebenso gewiß 
als körperliche Phänomene, aber spezifisch von ihnen verschieden. 
Sucht man zu diesen Vorstellungen einen reellen Grund außer 
demselben, so tappet man im Finstern und ergreift einen leeren 
Begriff — Geist. In den sinnlichen Eigenschaften der Materie 
können die Vorstellungen auch nicht gegründet sein, weil wir 
nichts Räumliches an ihnen erkennen, sondern sie bloß allein 
durch den inneren Sinn wahrnehmen. Ich werde daher die 
Vorstellungen in der Naturlehre der Tiere als Phänomene 
eigener Art und als Kräfte in der Kette der Naturkräfte be- 
Klassiker der Medizin: Reil. 1
        

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