Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beobachtungen und Versuche an lebend nach Berlin gelangten Zitterwelsen (Malopterurus electricus) (Neue Abhandlung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29160/35/
§• VIII. Vom Aequator des Zitterwelsorgânes. 
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pin Ende B der Bussole führenden Leitungen war der nämliche, im 
Punkte B herrschte also die mittlere Spannung zwischen den Spannun¬ 
gen an beiden Polen, d. h. die Spannung Null; folglich herrschte, wenn 
in der Bussole kein Strom gegenwärtig war, am Ende A auch die Span¬ 
nung Null, und hierin konnte nach dem BosscHA’schen Satze nichts sich 
ändern, wenn der keinen Strom führende Bussolzweig entfernt wurde (s. 
oben S. 83. 84. Anm.). 
Ich ging noch einen Schritt weiter. Ich setzte dem Fisch an ver¬ 
schiedenen Punkten seiner Länge ein Sattelpaar von beständiger Spann¬ 
weite (2em zwischen den einander zugekehrten Bändern der Schienen) 
auf. Ich erhielt im Mittel mehrerer Versuche 
vom vorderen Drittel 26, 
„ mittleren „ 29, 
„ hinteren „ 1360 
Ausschlag. Die Curve der Spannungen bezogen auf die Axe des Fisches 
als Abscissenaxe steigt also von vom nach hinten bis zum Ende des 
mittleren Drittels fast geradlinig an, und wird dann convex gegen 
die Abscissenaxe. Auch hieraus ergiebt sich eine Verschiebung des 
A equators nach vorn. Ob die etwas geringere Stärke des Ausschlages 
vom vorderen Drittel im Vergleiche zur Stärke des Ausschlages vom mitt¬ 
leren Drittel auf der Querschnittsabnahme des Organes nach vorn beruhte 
(s. oben S. 630. 633), oder zufällig war, kann ich nicht sagen. 
Hier nun scheint ein Widerspruch obzuwalten. Setzen wir gleiche 
elektromotorische Thätigkeit aller Theile des Organes voraus, so müsste 
der Aequator die Länge des Organes hälften. Aus seiner Verschiebung 
nach vorn scheint zu folgen, dass neben dem unläugbar vorhandenen 
Interschiede des Widerstandes auch ein solcher der Kraft zu Gunsten 
der vorderen Hälfte stattfinde. Dieser Schluss wäre voreilig. Er wäre 
nur richtig, wenn das Organ rings isolirt wäre. Dann müsste, auch bei 
verschiedenem Widerstande, bei gleicher elektromotorischer Wirksamkeit 
seiner Hälften der Aequator in der Mitte bleiben. Der grössere Wider¬ 
stand Her hinteren Hälfte bedingt aber, sobald Nebenschliessung vorhan¬ 
den ist, stärkere Schwächung des davon abgeleiteten Stromzweiges. Da¬ 
ker, um in einen Versuchskreis von gleichem Widerstand einen so star¬ 
ken Strom von ihr wie von der vorderen Hälfte abzuleiten, die Enden 
des Versuchskreises eine längere Strecke umspannen müssen. 
Es würde daraus folgen, dass die Lage des Aequators von den am 
kisch angebrachten Nebenschliessungen abhinge. Ich versuchte zunächst, 
°k der Unterschied zwischen der Wirkung der oberen und der unteren 
Hälfte mit diesen Nebenschliessungen sich ändere. Ich verfertigte einen 
dem vorigen gleichen Deckel, nur dass zwischen den drei Belegungen die
        

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