Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beobachtungen und Versuche an lebend nach Berlin gelangten Zitterwelsen (Malopterurus electricus) (Neue Abhandlung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29160/23/
§. VII. 1. Elektrolyse. 
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soweit wie möglich auszufüllen. Ein Theil der hier zu beschreibenden Ver¬ 
suche ist noch ohne Ableitungsdeckel, mit einfachen Metallsätteln, ange¬ 
stellt. Da sie mit den Deckeln vollends gelungen wären, habe ich die 
Darstellung nicht durch Angabe der jedesmaligen Art der Ableitung un¬ 
nütz verzögert. 
1. Elektrolyse. 
Von der physiologischen Wirkung und von der Ablenkung der 
Magnetnadel war schon die Rede. Die Elektrolyse anlangend, habe ich 
zuerst, mit Hülfe des Froschunterbrechers, die Polarisation der Elektroden 
durch den Zitterfischschlag beobachtet, insofern eine schätzbare Wahrneh¬ 
mung, als sie die mir nicht gelungene, und schwer, wenn überhaupt ge¬ 
lingende Wasserzersetzung1 entbehrlich macht. 
Bei der Jodkalium-Elektrolyse gab sich der sonderbare Umstand zu 
erkennen, der von den Beobachtern am Zitterrochen und Zitteraal über¬ 
sehen worden sein muss, dass unter jeder Spitze ein Fleck erschien. Ich 
machte die beiden eng mit einander verknüpften Wirkungen, Polarisation 
und secundären Jodfleck, zum Gegenstand einer besonderen Untersuchung, 
welche man in der folgenden Abhandlung findet. Hier war es vorzüg¬ 
lich, wo der Froschunterbrecher mir kaum anders zu erlangende Dienste 
leistete. 
Um Wasserzersetzung zu beobachten, schloss ich zwei sehr feine 
Platindrähte in eine Guttaperchasäule ein, aus welcher mit jenen zusam¬ 
menhängende Kupferdrähte ragten. Ich durchschnitt die Säule senkrecht 
auf die Drähte, welche nun als zwei Platinpunkte in 2 • 5 mm Abstand 
auf der Schnittfläche erschienen, benetzte die Fläche mit den von John 
Davy angewendeten Flüssigkeiten — Schwefelsäure (S04 H2 : H2 0 : : 1 : 1) 
und gesättigter Kochsalzlösung — und betrachtete die Platinpunkte bei an¬ 
gemessener Vergrösserung. Ein Schlag des Schlitteninductoriums ent¬ 
wickelte Blasen an der negativen Spitze; aber alle Bemühungen, das 
Gleiche mit dem Fischschlage zu sehen, scheiterten. Eben so wenig gelang 
es> einen Kupferniederschlag aus Kupfersulphatlösung auf die negative 
Elektrode zu beobachten. Es wäre noch zu versuchen gewesen, die posi- 
tlve Spitze durch eine Platte zu ersetzen, doch kam ich nicht dazu. 
2- Ueberwindung von Widerständen durch den Zitterwelsschlag. 
Dessen Schlagweite. 
Gänzlich misslang auch Leitung des Schlages durch zwei 75mm 
länge, 40rnm breite Kupferplatten, die in 1—3 mm Abstand in der Flamme 
1 John Davy giebt an, mit Gold- und Platindrähten (Researches, physiological 
aDd anatomical etc. vol. I. p. 15.), Santi -Linaki mit Eisendrähten (Bibliothèque 
niverselle de Genève. 1837. t. VIII. p. 395) Wasser zersetzt zu haben.
        

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