Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beobachtungen und Versuche an lebend nach Berlin gelangten Zitterwelsen (Malopterurus electricus) (Neue Abhandlung)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29160/18/
018 XXVIII. Beobachtungen und Versuche an lebenden Zitterwelsen. 
dert, genau abgebildet, und auf seine Leistungen geprüft sich findet1 
daher ich auch bei ihm hier nicht länger verweile. Wie dort gesagt 
wurde, ist er in bequemerer Gestalt dieselbe Vorrichtung, deren Hr. Helm¬ 
holtz bei Messung der Geschwindigkeit der Reizung im Nerven nach dem 
PouiLLET’schen Verfahren sich bediente, und diesem allgemeineren Cha¬ 
rakter gemäss ist er seitdem in mehrfacher Beziehung wichtig geworden.* 
Hier dient er 1. um von mehreren Schlägen, welche der Fisch nachein¬ 
ander ertheilt, nur den ersten in den Versuchskreis zuzulassen; 2. auch 
vom ersten Schlage nur einem, bei gleichem Verlauf, aber verschie¬ 
dener Stärke, dieser Stärke proportionalen, je nach der angewendeten 
Ueberlastung kleineren oder grösseren Theile den Zutritt zu gestatten; 
3. eine Nebenschliessung zu öffnen, welche bis dahin den Schlag vom 
Versuchskreis abhielt. Mit welchem Grade von Sicherheit der Frosch¬ 
unterbrecher die zweite Aufgabe löse, werden wir später (im §. X) unter¬ 
suchen. Da er im Allgemeinen nur einem Theile der Entladung den Zu¬ 
tritt in den Versuchskreis gewährt, so versteht sich übrigens, dass bei 
seinem Gebrauche grössere Empfindlichkeit der Bussole nöthig wird. 
An jedem Fische wurde immer nur in Zwischenräumen von mehre¬ 
ren Tagen gearbeitet. Ich pflegte alle zehn Minuten ihm Sättel oder 
Deckel aufzusetzen, und damit anderthalb bis zwei Stunden fortzufahren.3 
Mit dem TJebertragen des Fisches aus dem Trog in die Versuchswanne 
und zurück wurde er dann elf- bis vierzehnmal gereizt; doch ertheilte er 
mindestens die zwei- bis dreifache Zahl von Schlägen. Im Laufe solcher 
Versuchsreihe ermüdete der Fisch sichtlich. Er erbleichte (s. oben S. 60 ), 
und beantwortete das Aufsetzen des Deckels zuletzt nur noch mit Einem 
Schlag. In gewisser Beziehung wäre dies ganz erwünscht gewesen, doc 
war darauf kein Verlass, denn nicht selten wurde gegen Ende der Reihe 
der Fisch ungeduldig, und ertheilte unerwartet mehrere dichtgedrängte, 
ausnehmend starke Schläge. 
Eine Schwierigkeit der Versuche an Zitterfischen, in der 
welche ich ihnen gab, besteht darin, dass dazu eigentlich immer drei 
obachter gehören, einer, der den Fisch handhabt, einer, der am e ^ 
sitzt, und einer, der den Froschunterbrecher überwacht. Nur 
allenfalls entbehrlich. Ich ergreife diese Gelegenheit, den HH. 
1 S. oben Bd. I. S. 215 ff. Taf. III. Fig. 12. 12a. - Vergl. die folgende Ab¬ 
handlung, §. III. Fig. 44. nterbrech«* 
a In der Anm. Bd. I. S. 227, wo mehrere Anwendungen des Froschu ^ des 
erwähnt sind, ist Hrn. Holm&een’s mit dessen Hülfe ausgeführter Un ers 
Verlaufes der Gastroknemiusschwankung nicht gedacht (s. oben S. 5 )■ 
3 Vergl. oben Bd. I. S. 221.
        

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