Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes bei der Zusammenziehung. Dritte Abtheilung (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1876, S. 123)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29159/48/
§. XXV. 4. Hr. Hermann kann die negative Schwankung nicht erklären. 579 
S={2 
Denkt man sich nun den Muskel stromlos, d. h. nach Hrn. Her¬ 
mann völlig unversehrt, und die Reizwellen nach den Enden des Muskels 
zu abnehmend, so muss hei Zuckung oder Tetanus in der That Wirkung 
im richtigen Sinn entstehen. Sei (um Hm. Hermann’s Hypothese ge¬ 
nauer auszudrücken) A der elektromotorische Unterschied zwischen ruhen¬ 
der und absterbender oder thätiger Muskelsubstanz, und A — S der Unter¬ 
schied zwischen ruhender Substanz und der Substanz in dem Thätigkeits- 
grade, der wegen Abnahme der Reiz welle noch am Ende des Muskels 
herrscht. Dann ist 
Man hat 
= 0, 
«1 =~A, 
ÜJL = A — S. 
S — S- 
R + 2T 
Legt man künstlichen Querschnitt an, so erzeugt man eine abster¬ 
bende Schicht, zwischen welcher und ruhendem Muskel der Unterschied 
à herrscht. Nun ist schon während der Ruhe Strom da. Im Augen¬ 
blick, wo die Reizwelle am Aequator entsteht, wird der Strom Null, weil 
die Thonspitze dort thätige, die Thonspitze am Querschnitt absterbende 
Substanz berührt, welche beide gleich negativ gegen ruhende Substanz 
sein sollen. Vom Augenblick an aber, wo die Reizwelle unter der 
Aequatorspitze hindurchging, ist der Strom wieder in voller Stärke da. 
Denn nach einer von Hm. Hermann’s zahllosen Hülfshypothesen ad hoc 
bilden ruhende, thätige und absterbende Muskelsubstanz eine Volta- 
sche Spannungsreihe.1 Diesmal ist also 3k = A, 2ß, = 0, SJL = A 
folglich 2 
8 = A 
® fsf beidemal positiv; und 
R + 2T 
A > S und 
£>‘. 
[ 59] sieht es fast so aus, als seien die oben S. 533. 554 gestellten Ber 
gingen erfüllt, und als vermöchte Hrn. Hekmann’s Hypothese sogar 
chenschaffc von unseren neuen Thatsachen zu geben, dass die Schwan- 
UH(Uqbei künstlichem die bei natürlichem Querschnitt absolut übertrifft, 
üat.. ‘|ass das Verhältniss der Schwankung zum Strom in der Ruhe bei 
Urhchem Querschnitte grösser ist als bei künstlichem. 
1 Pflüger’s Archiv u. 
s. w. 1871. Bd. IV. & 177. 178. 
37*
        

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