Volltext: Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes bei der Zusammenziehung. Zweite Abtheilung (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1875, S. 610) (2)

530 XXVI. Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes u. s. w 
lieh noch nach 0-03" Spuren von Schwankung des Stromes zwischen 
Aequator und sehnigem Ende regelmässiger Muskeln verzeichnet. Dies 
will aber immer noch • nichts sagen neben der von Hm. Holmgren 
der Schwankung zugeschriebenen Dauer, die nach den gewöhnlichen 
Erfahrungen am Myographion kaum zu weniger als zu 0-15", a|S() 
zum Fünffachen der von mir wahrgenommenen Dauer, zu veranschla 
gen ist. 
Mit Hrn. Holmgren’s Angabe scheint dagegen unsere Erfahrung am 
Froschhammer eher zu stimmen. Hier erhielten wir um so stärkere 
Abnahme des Stromes, je länger bis zu einer gewissen Grenze der Bussol¬ 
kreis nach Anfang der Zuckung geschlossen blieb (s. oben S. 495.496). Dies 
wäre nicht der Fall gewesen, wenn die Schwankung das Latenzstadium 
so wenig überdauerte, wie nach Hrn. Bernstein’s, Hrn. Sigmund Mayer’s 
und meinen eigenen Beobachtungen am Rheotom. 
Auch hierüber sind weitere Untersuchungen nöthig. Einstweilen 
denke ich mir die Sache so. Die Yersuche, in denen curarisirte Muskeln 
unmittelbar gereizt wurden, lasse ich beiseite, als möglicherweise der 
Natur der Sache nach unvergleichbar mit den an unvergifteten, mittelbar 
gereizten Muskeln angestellten Versuchen. Dass in sonst strenge ver¬ 
gleichbaren Versuchen, wie denen am Gastroknemius, das Rheotom 
die Schwankung kürzer angab, als die HoLMGREN’sche Versuchsweise, 
schreibe ich nicht dem Umstande zu, dass dort unvollkommen teta- 
nisirt, hier Einzelzuckung beobachtet wurde. Denn, wie schon bemerkt 
(s. oben S. 525), die Reizungen folgen am Rheotom einander nicht so 
schnell, dass nicht jede Schwankung Zeit hätte, fast vollständig abzu¬ 
laufen, und der Verlauf einer Schwankung kann nicht dadurch abgekürzt 
werden, dass ihr eine andere in grösserem Abstande folgt, als ihre 
natürliche Dauer beträgt. Sondern das Wahrscheinlichste ist, dass am 
Rheotom das Ende der Schwankung einfach wegen Schwäche der Wir¬ 
kung sich [667] der Beobachtung entzog. Diese Vermuthung ist in 
der Figur dadurch ausgedrückt, dass die Curven die Gerade uu‘ nicht 
erreichen. 
Schon bei Besprechung von Hrn. Holmgren’s Versuchen in der 
ersten Abtheilung hob ich hervor, dass es weder Hrn. Sigmund Maveb 
noch mir begegnete, der positiven Schwankung am Gastroknemius eine 
zweite negative Schwankung folgen zu sehen., und ich fügte hinzu, 
Hm. Holmgren’s Beobachtung um so räthselhafter erscheine, je 
am Rheotom die Nachwirkung sich uns darbot (s. oben S. 452. ^ 
Diese Bemerkung war nicht gehörig überlegt. Allerdings vermisst 
meist am Rheotom, nachdem der Gastroknemius während einiger 
den 9—15 Reizungen in der Secunde erhielt, die grosse und n
	        
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