Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes bei der Zusammenziehung. Zweite Abtheilung (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1875, S. 610)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29158/46/
§. XVIII. Erörterung von Hrn. Holmgren’s Versuchen. 529 
der Mitte des Latenzstadiums, während Hr. Holmgren die grösste 
Steilheit weiter zurück nach dem Reizungspunkte verlegt, mit welchem 
jjecht, ist mir nicht deutlich geworden.1 Bei Hm. Holmgren’s Schwan- 
tungsform mit über- [665] wiegendem positiven Curvenabschnitt müsste 
die secundäre Zuckung eine Doppelzuckung sein, und dasselbe folgt aus 
flrn. Sigmund Mayer’s Curve. Weitere Untersuchungen haben zu 
lehren, ob dies wirklich sich beobachten lässt, und ob bei Hrn. Holm- 
gken’s normaler Schwankungsform noch eine dritte secundäre Zuckung 
dein Maximum der primären Zuckung folgt, wie es nach seiner Figur 
der Fall sein müsste. 
Auch was den ferneren Verlauf der Schwankung betrifft, gehen Hrn. 
Holmgren's Ergebnisse und die am Rheotom erhaltenen auseinander, 
wie ein Blick auf Fig. 38 zeigt. Hr. Holmgren lässt die Schwankung 
bis an’s Ende der Zuckung und als Nachwirkung darüber hinaus sich 
erstrecken. Er sah 1. bei überwiegendem positiven Schwankungsabschnitt 
positive Nachwirkung; 2. bei ganz negativer Schwankung negative Nach¬ 
wirkung; 3. bei mittelstarker positiver Schwankung (seiner normalen 
Schwankungsform) gleichfalls negative Nachwirkung. Letztere Erschei¬ 
nungsweise schilderte Hr. Holmgeen schon in seiner vorläufigen Mit¬ 
theilung. ' 
In den bisherigen Versuchen am Rheotom stellte sich die Schwan¬ 
kung viel kürzer dar. An regelmässigen, von Längs- und künstlichem 
Querschnitt abgeleiteten Froschmuskeln, die curarisirt waren und am 
dncn Ende unmittelbar gereizt wurden, fand Hr. Bernstein die Schwan¬ 
kungsdauer im Mittel nur zu 0-0039" (s. oben S. 517). Noch kürzere 
ochwankungsdauer wurde neulich von ihm und Hrn. Steiner an regel- 
massigen Muskeln curarisirter Säugethiere verzeichnet (s. oben S. 522.523). 
r' Sigmund Mayer lässt die positive Schwankung am Froschgastrokne- 
“iius 0-017" nach der Reizung enden (s. obenS. 451.521). Ich selber muss 
e eunen, bei den [666] meisten meiner Rheotom-Versuche diesen Punkt 
m°. beachtet zu haben, da es mir auf andere Dinge ankam, welche 
«ne wie des Präparates Leistungsfähigkeit vollauf in Anspruch nahmen 
-0 en S. 456). Doch finde ich in meinen Versuchsprotokollen gelegent- 
Hf g Aucb Hrn- Holmgren’s graphische Darstellung der MEissNER’schen Lehre 
-- • seiner Schrift halte ich in dieser Beziehung für minder richtig als die in 
■ 38 
^EI°n mir gegebene. Noch ist gegen jene Darstellung einzuwenden, dass Hr. 
durch ^Ur nach einer ”eine merkliche Zeit anhaltenden Compression des Muskels“ 
di 7 wut/x „cum xixv/i ivxxvüc /jcjl cumiMitjuueii compression aes musKeis 
*°Dahrn °> nicht also hei Einzelzuckung, negative Schwankung 
UaIllTl ([I ---D , -------- AUUg , llCgiXUlVC KJU1IW ILIIIVUII^ 
Vergi oh HßfLE's untl Ppeupfer’s Zeitschrift u. s. w. 3. R. Bd. XV. S. 54; — 
' °beU S. 503. 518). 
-Reymond, Ges. Abh. II. 
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