Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes bei der Zusammenziehung. Zweite Abtheilung (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1875, S. 610)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29158/29/
512 XXVI. Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes u. s. w 
V = 
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B] 
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Führt man in diesen Ausdruck die gehörigen Werthe pns (l) un(j 
(2) ein, so zeigt sich, dass x^I ihn ^1 macht (vergl. die letzte Anm.). 
Sobald also V die Einheit übersteigt, reichen die Ktenoidenzähne unter 
die Abscissenaxe. 
[644] In Wirklichkeit weichen die Ktenoidenzähne von der ihnen hier 
zugeschriebenen Gestalt unstreitig insofern ab, als sie mehr oder minder 
spitz zulaufen, und ausserdem muss die Nachwirkung berücksichtigt 
werden. Diese Umstände verstärken aber nur die Beweiskraft unserer 
Schlüsse. Laufen die Zähne spitz zu, so müssen sie um so länger sein, 
um am Dynamometer den durch ihren Flächenraum diesseit der Abscissen¬ 
axe gemessenen Ausfall an ablenkenden Kräften zu überwiegen. Unter 
beständiger Stromabnahme, wie die Nachwirkung sie mit sich bringt, 
leidet die Ablenkung am Dynamometer verhältnissmässig mehr als die an 
der Bussole, und auch aus diesem Grande müssen die Zähne tiefer 
hinab reichen, um die negative Schwankung am Dynamometer verhält- 
nissmässig kleiner oder gleich Null zu machen, vollends sie in eine 
positive zu verwandeln. 
Es würde sich nun vor Allem darum handeln, ob das Dynamometer 
empfindlich genug herzustellen sei, um daran den Muskelstrom zu beob¬ 
achten. Unerreichbar scheint dies nicht. Im physikalischen Cabinet zu 
Leipzig hatte am 19. April 1851 Hr. Prof. Hankel die Güte, ein Dyna¬ 
mometer mit 18' hoher Bifilaraufhängung so empfindlich wie möglich 
aufzustellen. Als dem Instrument der Muskelstrom durch Kupferelektro¬ 
den in Kupfersulfatlösung zugeführt wurde, entstand eine Ablenkung von 
einem halben Scalentheil. Ich unternahm seitdem mit Hülfe der Hrn. 
Siemens und Halske, ein für thierisch-elektrische Versuche hinreic en^ 
empfindliches Dynamometer zu bauen. An diesem Instrumente war ^ 
bifilare Aufhängung verlassen. Die bewegliche Rolle hing an eine® ^ 
langen Silberdraht, und trug eine gut centrirte Platinspitze,, die in 
Silber tauchte und eine der beiden Zuleitungen bildete. Der J* 
ström brachte aber keine bemerkbare Wirkung hervor, trotz der 
Anzahl von Windungen, und obschon die Torsion so gering1 TW^Jinent 
wegen der dadurch bedingten Unstetheit des Nullpunktes das Ins 
fast unbrauchbar wurde.1 
mit a#i‘ 
i Auch Hr. Edelmann in München hat neuerlich ein Dynamometer^ ^ y^. 
filarer Aufhängung angegeben, indem er unterhalb der beweglichen Bo e .
        

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