Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes bei der Zusammenziehung. Zweite Abtheilung (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1875, S. 610)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29158/23/
506 XXYI. üeber die negative Schwankung des Muskelstromes u. s. w. 
zeigen bestimmt sind, dass die Systole, trotz ihrer längeren Dauer, einer 
einzigen Zuckung entspricht. Mit Eecht sieht er einen Beweis dafür 
darin, dass die Systole nur eine einzige secundäre Zuckung erzeugt. 
Wenn der Verlauf der Zuckung eines Muskels durch Kälte oder Veratrin 
verzögert wird, oder wie bei der Schildkröte von Natur ein langsamer ist 
behält die secundäre Zuckung ihren gewöhnlichen Verlauf, ganz wie es 
beim Herzen der Fall ist, dagegen sobald mehrere primäre Zuckungen 
zu einer längeren verschmelzen, sich dies durch secundären Tetanus ver- 
räth. Während Einzelzuckungen normaler Froschmuskeln nicht auf die 
Multipiicatornadel wirken, thue dies bekanntlich die Systole des Herzens; 
allein auch verlangsamte Einzelzuckungen und die von Schildkrötenmus¬ 
keln wirken auf die Nadel.* 1 
Es scheint, dass Hr. Maeey die in Deutschland über die Einzel¬ 
schwankung angestellten Untersuchungen fremd blieben. Seine Angabe, 
dass verlangsamte oder von Natur langsame [637] Einzelschwankungen 
auf ein Galvanometer wirken, welches die Einzelschwankung normaler 
Muskeln nicht anzeigt, verdient aber an der Hand unserer Einsichten 
geprüft zu werden. 
3. Versuch der Entscheidung unserer Frage durch stetigen Tetanus. 
Die Schwierigkeit, vor der wir stehen, beruht einerseits auf der ge¬ 
ringen Beweglichkeit des Magnetspiegels, andererseits auf der Unterbrochen- 
heit des Tetanus. Vermöchte der Spiegel der Stromschwankung zu folgen, 
so genügte eine Einzelschwankung, um unsere Frage zu beantworten; 
und gelänge es, anhaltend stetigen Tetanus zu erzeugen, so genügte jeder 
Grad von Bewegüchkeit des Spiegels, um uns über die Tiefe der Schwan¬ 
kung zu unterrichten. 
Schon in den 'Untersuchungen’ vermuthete ich, dass jeder e 
nus unstetig sei.3 Alle seitdem hinzugekommenen Thatsachen a 
diese Vermuthung nur bestätigt. Die Unstetigkeit des Tetanus, *o 
nicht in seiner Entstehungsart begründet ist, giebt sich schon deB1 ^ 
oder im Myogramm, wo aber auch dies keine Unstetigkeit mehr ve ^ 
durch den Muskelton und durch secundären Tetanus zu erkennen, 
stelle in einer Anmerkung das Wissenswürdigste hierüber zusamme • 
. Travaux 
1 École pratique des hautes Études. Physiologie expérimentale. 
Laboratoire de M. Marey etc. Année 1875. Paris 1876. p. 47—50. 
2 Bd. H. Abth. I. S. 90. 121. MabBÏ (U» 
3 Hrn. Heidenhain’s mechanischer Tetanus erscheint nach Hrn- y gber. 
Mouvement dans les Fonctions de la Vie. Paris 1868. p. 393) s^e pynüo*** 
wie ich fand, secundären Tetanus (s. unten 3. Abth. §. XXVII.).
        

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