Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes bei der Zusammenziehung. Zweite Abtheilung (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1875, S. 610)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29158/17/
500 XXVI. Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes u. s. w. 
liegende Frage [629] frei von allen Verwickelungen leicht und sicher zu 
entscheiden. Bevor wir hiervon nähere Kenntniss nehmen, verweilen 
wir noch passend etwas hei einigen anderen unseren Gegenstand mehr 
oder minder nahe berührenden Verhandlungen. 
§. XVI. Sonstige Verhandlungen und Versuchspläne. 
1. A. v. Bezold’s Methode der künstlichen secundären Zuckungen. 
A. v. Bezold hatte gefunden, dass hei Beizung eines Nerven durch 
Schliessen oder Oefnen eines sehr schwachen beständigen Stromes die 
Zuckung später eintrat, als hei Beizung durch einen Oeffnungsinductions- 
schlag. Er glaubte bewiesen zu haben, dass diese Verzögerung auf einem 
in der erregten Nervenstrecke selber stattfindenden Zeitverlust beruhe, 
und hierauf gestützt, hatte er ein neues Gesetz der elektrischen Nerven¬ 
erregung aufgestellt, wonach bei Schliessung und Oeffnung schwacher be¬ 
ständiger Ströme die Beizung erst nach Ablauf der Stromschwankung 
entstehen sollte.1 
Gleichheit der Latenzstadien bei der primären und bei der secun¬ 
dären Zuckung, auf welche Hr. Helmholtz als selbstverständlich gehisst 
hatte, erschien nun nicht mehr sicher. Nach v. Bezold träte zum 
Latenzstadium der Beizung im Muskel bei der secundären Zuckung 
wahrscheinlich noch ein Zeitverlust, gleichsam ein zweites Latenzstadium, 
im Nerven. Indem v. Bezold einen auf- oder absteigenden Strom von 
der Stärke des Muskelstromes im Nerven des stromprüfenden Schenke^ 
unterbrach und sogleich wiederherstellte, erzeugte er, wie er es na ^ 
'künstliche secundäre Zuckungen’. Unter gewissen Bedingungen s 
ten diese mit den natürlichen hinsichtlich ihrer Stärke und ihres ^ 
laufes, wie v. Bezold berichtet, auffallend überein, v. Bezold hnd ^ 
danach für berechtigt, der secundären Beizung, im Gegensätze zu e ^ 
einem Oeflhungsinductionsschlag ausgehenden primären Beizung, ^ 
selben Verlauf zuzuschreiben, als handele es sich um schnelle [ 
terbrechung und Wiederherstellung eines schwachen beständigen ^ 
Er verlegte den Augenblick der Beizung also noch weiter zU?*der 
Hr. Helmholtz. Nach ihm Me der zuckungerregende i 
Schwankung innerhalb 0-0007", also innerhalb des ersten Zehn^ ^ 
Latenzstadiums der Beizung im primären Muskel (s. oben b. 
i Untersuchungen über die electriscke Erregung der Nerven 
Leipzig 1861. S. 266 ff. 
und ^
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.