Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes bei der Zusammenziehung. Zweite Abtheilung (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1875, S. 610)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29158/14/
§. XV. Secundäre Zuckungen nach Helmholtz. 497 
Jer Schwankung der Zuckung voraufgeht und in das Stadium der laten¬ 
ten Beizung 1 * fallt. 
Per Nerv eines querdurchschnittenen Gastroknemius A, dessen 
natürlichem Längs- und lünstlichem Querschnitt der Nerv eines unver¬ 
sehrten Gastroknemius B angelegt war, wurde elektrisch gereizt, wobei 
II lflitzuckte, und am Myographion eine secundäre Zuckungscurve ver- 
zeichnete (s. die gestrichelte Curve im Abschnitt Hel Fig. 38.)2 Nun 
wurde der Nerv von B zwischen J und B unmittelbar gereizt, und so 
eine Zuckungscurve gewonnen, welche die primäre heissen kanriJ Weil sie, 
abgesehen von der verschiedenen Länge der in beiden Fällen von der 
Reizung zu durchlaufenden Nervenstrecken, zusammenfällt mit der Curve, 
die der primär zuckende Muskel zeichnen würde (s. die ausgezogene 
Curve in der Figur). Vermöge der bekannten Einrichtung des Myogra- 
phions geschah beidemal die Reizung bei derselben Stellung des Cylinders, 
[627] nämlich im Punkt i\ der Abscissenaxe. Die secundäre Zuckungs¬ 
curve zeigt sich, bei gleicher Höhe und Form, gegen die primäre so ver¬ 
schoben, dass daraus späteres Eintreten der secundären Zuckung folgt 
Die Verschiebung misst die Zeit, um welche die secundäre Zuckung später 
eintrat als die primäre. So kann man den unbekannten Augenblick der 
secundären Reizung r2 bestimmen. Unter der Voraussetzung, dass bei 
der primären und bei der secundären Zuckung die Reizung gleich lauge 
latent bleibt, findet man r2, wenn man das dem Latenzstadium der pri¬ 
mären Reizung entsprechende Stück der Abscissenaxe r, von a., dem 
flange der secundären Curve, ab negativ aufträgt. Es ergiebt sich, 
r2 etwa in die Mitte des Latenzstadiums rlöl trifft, oder, da dies 
L™ etwa 0.01<, dauert) dasg der zuckungerregende Theil der Schwan- 
»aug dem Anfänge der Verkürzung um etwa 0-005“ voraufgeht, 
jj. Weibt die secundäre Zuckung unter dem Maximum, so nähert r2 
•Ses !i’ T* ^edocl1 Um eine beträchtliche Grösse. Hr. Helmholtz erklärte 
damit R ^ da™ 6in grösserer TheU der Schwankung ablaufen müsse, 
Men p ^ eintrete> Daraus’ dass r2 nie in das Stadium der stei- 
„EintrittTT hmÜberrÜckt’ schioss er> »dass die Schwankung bis zum 
»sich auf ' ^uckun£ a-nhält; ob sie noch länger dauert oder nicht, lässt 
»derselbe Wege nicht ausmachen; doch scheinen diejenigen Theile 
^^JL^deren Schwankungsgeschwindigkeit gross genug ist, um den 
V redlich6” 'SChleppenden Ausdruck ..Stadium der latenten Reizung“ zu vermei- 
1D der F(dke» wo dieser Begriff oft wiederkehrt, kurz vom „Latenz- 
1 Diese 
^**J,aoLT7.D„f cbun^scurven sind nach den meines Wissens nie veröffentlichten 
Boi ben -Vycigrammen copirt. 
s-ßeymoud, Ges. Abh. II. 
32
        

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