Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes bei der Zusammenziehung. Erste Abtheilung (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1873, S. 517)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29157/75/
476 XXV. Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes u, s. w 
die dem Spiegel parallele Componente der Strömung wachsen, Wejc, 
(nach meiner Hypothese) von den dipolaren Molekeln der Grenzschicht 
ausgeht, und in Folge davon die negative Schwankung zunehmen. Allein 
auch dieser Einfluss müsste in gleicher Weise die secundäre Zuckun» 
vom aufliegenden Nerven aus, die von dem eine Lücke überbrückenden 
Nerven aus, und die galvanometrisch gemessene negative Schwankung 
treffen. 
Dasselbe gilt schliesslich, wenigstens für die auf beiderlei Art abge- 
leiteten secundären Zuckungen, von der Hjrpothese, dass durch das 
Dehnen der zeitliche Verlauf der Schwankung ein anderer werde. 
Es ist vielmehr klar, die hier zu lösende Aufgabe besteht darin, be¬ 
greiflich zu machen, wie trotz der unzweifelhaft zwischen Haupt- und 
Achillessehne beim Dehnen stattfindenden [610] Abnahme des Span¬ 
nungsunterschiedes in der Ruhe und seiner negativen Schwankung im 
Tetanus, dennoch das Dehnen Verstärkung der secundären Zuckung vom 
aufliegenden Nerven aus erzeuge. Um dies darzulegen, verfahren wir 
folgendermaassen. 
Der dem Achillesspiegel anliegende Nerv heisse NÄ, der eine Lücke 
überbrückende NL. Die secundäre Zuckung von NÄ und NL aus setzen 
wir proportional der Stärke des Stromes des ruhenden nicht parelektro- 
nomischen Muskels , in NÄ und NL. Dadurch ist unsere Aufgabe im 
Wesentlichen zurückgeführt auf die, anzugeben, mit welcher Verhältnis- 
mässigen Stärke NÄ und NL im freien und gedehnten Zustande des 
Muskels vom Muskelstrome durchflossen sind. 
Für Nl haben wir diese Aufgabe schon annäherungsweise gelöst. 
Die oben S. 466 ff. angestellte Betrachtung passt hier ohne Weiteres, da 
es keinen Unterschied macht, ob wir unter W uns nur den Widersto 
des Bussolkreises denken, oder den des Bussolkreises mit darin benn 
lichem secundären Nerven. Nur dass im letzteren Falle W sofort 
— anzunehmen ist, daher die unter diesen Umständen sich kund* 
> n 
der Abnahme der 
, ** 
gebende Abnahme der secundären Zuckung 
Schwankung zuzuschreiben ist, welche die Verstärkung 
sonst Folge der Gestaltveränderung sein würde. 
Um nun zu erklären, warum gleichzeitig die secundäre Zuc 
Na aus zuweilen wachse, gehen wir, natürlich an der Hand, dfe. ^ 
HOLTz’schen Satzes, zunächst wieder aus von einer dipoiarenMo^^ 
Grenzschicht des Achillesspiegels. Diese Molekel aber, wie 
Querschnitt von NA, in welchen die Kraft des an Stelle der 
gedachten Flächenelementes verlegt werden soll, wählen wir 
wenigstens anfangs, nicht beliebig, sondern so, dass
        

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