Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes bei der Zusammenziehung. Erste Abtheilung (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1873, S. 517)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29157/23/
424 XXV. Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes u. 
s. w. 
ziemlich oft Fälle vor, welche unten noch weiter besprochen werden 
beim Aufhören des Tetanus der Strom kaum merklich wieder zun' ’ ** 
und nach einer Ruhepause nur unverhältnissmässig kleine negative Soli ’ 
kung erfolgt. Nichts ist häufiger, als einen stark parelektronomisow 
Muskel, der entweder nur schwach positiv wirkte oder ganz unwirk , 
war, durch Nachwirkung zeitweise negativ wirksam werden zu sehen 
Wird er dann von Neuem tetanisirt, so stellt sich die absolut negative 
Schwankung als relativ positive dar, gleich als wäre der Muskel wegen 
hoher Parelektronomie negativ wirksam. 
[545] Eine dritte Eigenthümlichkeit der negativen Schwankung vom 
natürlichen Querschnitt aus bezieht sich auf den Verlauf der Schwankung 
Selten sieht man hier, wie es bei künstlichem Querschnitt der Fall ^ 
den Faden stetig, erst geschwinder, dann langsamer, der neuen Gleich¬ 
gewichtslage zueilen. Meist ist die Bewegung des Fadens eine stossweise- 
er geht vorwärts, etwas zurück, abermals vorwärts, nochmals zurück, oder 
er steht eine Weile still, und erst nach mehreren Secunden entschliesst 
er sich gleichsam noch eine grössere oder geringere Strecke langsam fort¬ 
zuschreiten. 
Aber diese Besonderheiten treten sämmtlich an Bedeutung zurück 
gegen eine vierte, welche sich mit Sicherheit jedoch nur beobachten 
lässt, wenn man am nämlichen Muskel die negative Schwankung zuerst 
bei natürlichem, dann bei künstlichem Querschnitt untersucht. 
Zerstört man die parelektronomische Schicht am Querschnitt, indem 
man mit einem Pinsel Kreosot oder Säure auf das sehnige Ende streicht, 
compensirt aufs Neue, und tetanisirt nun, so ist mit einem Male die 
negative Schwankung auffallend geändert. 
Erstens geht jetzt der Faden ohne Zögern, stetig und im Gänsen 
viel schneller dem negativen Maximum entgegen. 
Zweitens ist die Nachwirkung flüchtiger und im Vergleich s® 
negativen Schwankung kleiner geworden. Zum Theil kann dies fireih® 
seinen Grund darin haben, dass sie durch das noch andauernde Wachs® 
des Stromes unter dem Einfluss des Aetzmittels verdeckt wird. 
reicht dieser Umstand nicht aus, um den grossen, oft in dieser 
bemerkbaren Unterschied zu erklären. 
Drittens ist die negative Schwankung relativ, d. h. in» 
zum Strome des ruhenden Muskels kleiner geworden. Wie wir 
beläuft sie sich bei künstlichem Querschnitt auf höchstens O’djler 
während bei natürlichem Querschnitt sie nicht bloss unter 
den Strom des ruhenden Muskels, der ja Null sein kann, unentt 
trifft, sondern auch, wenn dieser Strom verkehrt ist, als relativ 
Schwankung erscheint. 
dlich üb®'
        

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