Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die negative Schwankung des Muskelstromes bei der Zusammenziehung. Erste Abtheilung (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1873, S. 517)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29157/20/
§ III. Absolut negative, relativ positive Schwankung am parelektron. Muskel. 421 
von Null aus negativ, oder wenn es schon negativ ist, negativer werden, 
Dicht allein dadurch, dass Ma < Pa wird, oder dass Ma im Vergleich 
zll pa abnimmt, sondern auch da- [541] durch, dass bei positiv blei¬ 
bendem Werthe von Ma — Pa der Werth von Mk— Pk relativ grösser 
wird. Die absolut negative Schwankung beim Tetanisiren des Gastro¬ 
cnemius beruht also vielleicht nur darauf, dass, während Ma und Pa für 
sich, Mk und Pk auch für sich in demselben Verhältniss an der Schwan¬ 
kung sich betheiligen, aus irgend einem Grunde Mk, Pk zusammen dies 
in geringerem Verhältniss thun als Ma, Pa. Mit anderen Worten, es 
würde einfach im Tetanus der absteigende Kniespiegelstrom dem aufstei¬ 
genden Achillesspiegelstrom obsiegen. 
Es musste also hier nunmehr derselbe Schritt geschehen, wie in der 
Lehre von der Parelektronomie. Die am Gastroknemius beobachtete 
Positivität des natürlichen Querschnittes bei hoher Parelektronomie erschien 
zweifelhaft, sobald erkannt worden war, dass man es im Gastroknemius- 
strom, auch ohne Parelektronomie, zu thun habe mit dem Unterschied 
eines auf- und eines absteigenden Stromes. Die Entscheidung, und zwar im 
Sinne der früheren Lehre, welche also unerschüttert blieb, wurde dadurch 
herbeigeführt, dass die Beobachtung des in der Parelektronomie positiven 
natürlichen Querschnittes, statt am Gastroknemius, an einem ’ regelmässi¬ 
gen Muskel angestellt wurde. Denselben Weg haben wir, wie gesagt, 
auch hier zu beschreiten. Durch die in das Zustandekommen des Stromes 
zwischen Haupt- und Achillessehne gewonnene Einsicht ward zweifelhaft 
ob die absolut negative Schwankung des bereits negativ wirksamen Gastro¬ 
cnemius den ihr bisher zugeschriebenen Sinn habe. Wir müssen also 
suchen, diese Erscheinung in eindeutiger Gestalt am natürlichen Quer¬ 
schnitt regelmässiger Muskeln zu beobachten. 
Auf den Gebrauch des M. gracilis müssen wir dabei verzichten,, 
p6'*’ Oberen Auseinandersetzungen gemäss, Positivität seiner sehnigen 
nden gegen natürlichen Längsschnitt nicht vorkommt.1 Dagegen können 
uns für unseren gegenwärtigen Zweck des M. sartorius sehr wohl be- 
ftien. Positivität des einen seiner Enden, namentlich des unteren 
r5421 ?egen natürlichen Längsschnitt, ist eine gewöhnliche Erscheinung; 
«eite al3er auctl Positivität seiner beiden Enden zugleich kommt nicht 
*berV°r’ Vor dem Cutaneus) an dem dies auch der Pall ist, zeichnet 
eines • ^artor‘us der Parallelismus seiner Bündel, so wie der Besitz 
^^oher^ darstellbaren, wenn auch zarten Nerven aus.2 
* s- oben s. 389. 
buchte*1- ümnerhin mühsame Zurichtung dieses Nerven entbehrlich zu machen, 
lc Sartorien unmittelbar dadurch zu tetanisiren, dass, während sie vom
        

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