Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Einfluss körperlicher Nebenleitungen auf den Strom des M. gastroknemius des Frosches (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1871, S. 561)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29156/31/
394 XXIV. Ueber den Einfluss körperlicher Nebenleitungen u. s. Wi 
auch vorkomme, d. h. bei hoher Parelektronomie der Achillesspiegelstro 
im Spiegel wirklich ab- statt aufsteige. 111 
Noth wendig folgt dies aus den Versuchen an regelmässigen Muskeln 
nicht. Am Gastroknemius gab sich mir noch nichts kund, was auf eine 
parelektronomische Strecke, statt einer Schicht, schlossen liesse. 
leicht gehört grössere Länge der Bündel dazu, als sie im Gastroknemius 
vorkommt, damit statt einer parelektronomischen Schicht eine solche 
Strecke sich ausbilde ; und obschon der Theorie nach die dünnste Schicht 
genügt, um den Strom umzukehren, könnte in Wirklichkeit die Umkehr 
doch vielleicht erst durch eine Strecke geschehen, in der verkehrte elek¬ 
tromotorische Kräfte säulenartig angeordnet sind. 
Wie wir sahen, würde in der äusseren, unmittelbaren Erscheinung 
der Zustand umgekehrter Wirksamkeit beider Spiegel von dem oben 
S. 388 besprochenen sich nicht unterscheiden, in welchem der absteigende 
Kniespiegelstrom dem aufsteigenden Achillesspiegelstrom gleichkommt oder 
obsiegt. Aber vielleicht lassen sich Merkmale ersinnen, durch welche 
beide Zustände von einander zu unterscheiden wären. 
Zwei solche Merkmale lassen sich angeben. Mittels der Thonspitzen 
gelingt es bekanntlich, am Achillesspiegel schwache Ströme von dessen 
Umfange nach der Mitte nachzuweisen. In der Längsrichtung setzen sich 
diese Ströme zusammen mit der Resultante aus den Neigungsströmen 
des Achilles- und des [598] Kniespiegels, woraus eine Verschiebung des 
negativsten Punktes des Achillesspiegels je nach dem Zeichen der Resul¬ 
tante nach oben oder nach unten entspringt.1 2 In der queren Richtung 
dagegen werden die schwachen Ströme am Achillesspiegel durch die 
Zustände des Kniespiegels nicht merklich beeinflusst. Am überdehnten, 
stark absteigend wirksamen Gastroknemius behalten sie ihre Richtung. 
Fände man sie also verkehrt an stark parelektronomischen, absteigend 
wirksamen Gastroknemien, so wäre dies ein Beweis dafür, dass die 
elektromotorische Kraft des Achillesspiegels wirklich ihr Zeichen gewech¬ 
selt habe. 
Das zweite Merkmal ist folgendes. Setzt man in dem oben S. 388 
für die Gesammtwirkung des Gastroknemius gegebenen Ausdruck 
S = na (Ma — Pa) — nk (Mt — Pk) 
Pa > Ma, Pk > Mt, 
gQ 
so ist S negativ. Lässt man nun na schneller als nk abnehmen, 
wird S nicht mehr im negativen, sondern im positiven Sinne sich an 
1 S. oben S. 97. 98. 
2 S. oben S. 314. 315.
        

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