Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Einfluss körperlicher Nebenleitungen auf den Strom des M. gastroknemius des Frosches (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1871, S. 561)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29156/19/
382 XXIV. Ueber den Einfluss körperlicher Nebenleitungen u. s. w 
toriums wurden durch Lösung mehr gestärkt als durch Quecksilber M' 
dem Docht in der Luft erfolgten 67-0, in Quecksilber 75-7, in 
87-0 Scalentheile Ausschlag. 
Dieser Versuch ist der reciproke zu einem seinerzeit viel bespreche- 
nen Versuche von Hrn. Poggendoeff. In der Axe eines weiten Gla&. 
rohres verläuft ein Platindraht, der eine Kette schliesst. Wird das Bohr 
mit verdünnter Schwefelsäure gefüllt, so bleibt der Strom ungeändert, 
obschon eine leicht wahrnehm- [583] bare Verstärkung die Folge der 
Ausbreitung des Stromes in der Flüssigkeit sein müsste. Hr. Poggen- 
doeff selber hat dies so ausgelegt, als könne hier keine Zersetzung 
eintreten, mithin der Strom nicht auf den feuchten Leiter übergehen 
weil dieser nur durch Elektrolyse leite.1 Hr. Jacobi hat aber bei ähn¬ 
lichen Anordnungen Elektrolyse nachgewiesen,2 und Hr. Beetz hat schon 
darauf aufmerksam gemacht, dass der Strom in der Flüssigkeit durch 
Polarisation vernichtet werde.3 Unstreitig ist dies der Grund der Er¬ 
scheinung, und mit verquicktem Zinkdraht in schwefelsaurer Zinkoxyd¬ 
lösung wäre das Ergebniss sicher ein anderes. > 
Eine metallische Nebenschliessung, sofern sie bis zur Vernichtung 
des ursprünglichen Stromes polarisirbar ist, verändert also den Strom in 
einem feuchten Leiter nicht, gleichviel oh dieser durchströmt sei, oder 
elektromotorische Kräfte in seinem Inneren beherberge. Um so sicherer 
hindert -sie, was der Ausführung nicht bedarf, den Uehergang aus einem 
feuchten Leiter durch sie hindurch in einen anderen. Von Humboldt und 
Gay-Lussac bemerkten, dass man einen Zitterrochen zwischen zwei am Bande 
sich berührenden metallischen Schüsseln ungestraft trage.4 5 Matteucci fand, 
dass Blattgold zwischen Muskel und Nerv die secundäre Zuckung auf¬ 
hebe, und Hr. Becqueeel d. V. gab die richtige Erklärung dieses Um¬ 
standes, durch den Matteucci sich verleiten liess, die elektrische Natur 
der secundären Zuckung zu läugnen, und sie auf Fernwirkung des Ner- 
venprincipes im primär zuckenden Muskel zu deuten.6 Ich selber endlich 
zeigte unmittelbar, dass eine unter Wasser befindliche Säule durch eine 
metallische Hülle keinen merklichen Stromtheil nach aussen sende. 
1 Poggendorff’s Annalen u. s. w. 1845. Bd. LXIV. S. 54. 
2 Ebenda, 1846. Bd. LXIX. S. 181. 
3 Fortschritte der Physik im Jahre 1845 u. s. w. S. 448. 
4 Gilbert's Annalen u. s. w. 1806. Bd. XXH. S. 8. 
5 Untersuchungen u. s. w. Bd. IL Abth. I. 1849. S. 105. 
o Monatsberichte der Akademie u. s. w. 1864. S. 352. 
Abh. XXX. §. IX.]. 
[Vergk w“*
        

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