Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Einfluss körperlicher Nebenleitungen auf den Strom des M. gastroknemius des Frosches (Archiv für Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Medicin, 1871, S. 561)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29156/13/
376 XXIV. Ueber den Einfluss körperlicher Nebenleitungen u. s. w. 
worden war, fand ich x = 21-04. Multiplicirt man diese Zahl mit dem 
Verhältniss des specifischen Gewichtes des angekneteten Thones zu dem 
der Lösung, so erhält man den procentischen Gehalt x, des Thones an 
Lösung dem Yolum nach. Das specifische Gewicht des angekneteten 
Thones im Mittel aus drei Wägungen in Luft und in Terpenthinöl war 
= 1-9116, das der Lösung bei 19-7° C. ist = 1-0057, das gesuchte 
Yerhältniss also 1-9011 und x, = 39-696 oder etwa = 40. Wäre das 
Leitvermögen des angekneteten Thones im Vergleich zu dem der Lösung 
dem Yolum letzterer im Thone proportional, so müsste der Widerstand 
des Thones, bezogen auf den der Lösung als Einheit, = = 2-5 sein. 
Dass er in Wirklichkeit grösser (im Mittel der obigen Zahlen =3-8) 
gefunden wird, erklärt sich unter Anderem daraus, dass die mit Lösung 
gefüllten Lücken in zwei aufeinander folgenden dünnen Querscheiben eines 
Thoncylinders einander nicht entsprechen.1 
[576] Wie dem auch sei, für gegenwärtigen Zweck genügt uns zu wissen, 
dass der lebende Muskel fast zweimal, der Thon etwa viermal schlechter 
leitet, als dreiviertelprocentige Steinsalzlösung, mithin der Thon etwa zwei¬ 
mal schlechter als der lebende Muskel. 
§. VI. Umhüllen des Gastroknemius mit Thon macht ihn 
unter Umständen negativ wirksam. 
Die Tabelle auf S. 372 zeigt noch eine merkwürdige Thatsaehe, 
welche der Ausgangspunkt für eine Eeihe wichtiger Ermittelungen ward 
Man sieht zunächst, dass Betten des Muskels auf Thon die elektromo¬ 
torische Kraft herabsetzt. Dies war zu erwarten, wenn auch nicht vor¬ 
herzusehen war, dass eine dem Muskel angelegte Masse, deren Leitver¬ 
mögen mit dem seinigen von gleicher Ordnung ist, solche Schwächung 
ausüben würde. Die grösste derartige in der Tabelle vorkommende 
Schwächung beträgt etwa zwei Drittel der Kraft. Umgiebt man aber 
einen von Natur stark aufsteigend wirksamen oder der parelektronomiscben 
Schicht am Achillesspiegel künstlich beraubten Gastroknemius mit einer 
mehrere Millimeter dicken, überall anliegenden Thonhülle, aus der nm 
Haupt- und Achillessehne hervorragen, so kann der Spannungsuntersc 
dieser Punkte auf 1/25 von dem sinken, was er ohne Hülle ist. ^ 
übrigens unten S. 379. 
Noch weniger vorherzusehen war jedoch, dass Anbringen einer 
- j Verln** 
1 Wurde der Thon über Schwefelsäure getrocknet, so betrug Aer 
21-662°/0. Es bleiben also im lufttrockenen Thon noch a/3°/0 Wasser zurüc , 
bei obiger Berechnung ausser Acht gelassen sind.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.