Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Neue Versuche über den Einfluss gewaltsamer Formveränderungen der Muskeln auf deren elektromotorische Kraft (Monatsberichte der Königlich-Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 1867, S. 572)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29154/8/
§. III. Kritik der MEissNER’schen Versuche. 
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macht, sondern man kann auch, wie ich dies später empfahl,1 das 
gnochenstück entfernen und mittels eines über dem Sesamknorpel um 
die Achillessehne gebundenen Fadens diese an die Elfenbeinplatte hin¬ 
reichend befestigen, um den Muskel bis zur Zerreissung zu spannen. 
Endlich kann man sogar, wie ich seitdem fand und jetzt zu thun pflege,' 
einfach für die Achillessehne einen so engen Schlitz anwenden, dass der 
Sesamknorpel nicht hindurchgeht. Das obere Knochenstück lässt sich so 
frei von Muskelresten herstellen, dass es nicht merklich elektromotorisch 
wirkt. Eine beständige elektromotorische Kraft, die sich zur Muskelkraft 
algebraisch summirt, schadet übrigens nichts, insofern es sich um Schwan¬ 
kungen der Kraft handelt. Nichts ist sodann leichter, als zu machen, 
dass die Thonschilder der Zuleitungsgefässe dem oberen Knochenstück 
und dem Sesamknorpel bei der Veränderung des Abstandes der Elfen¬ 
beinplatten unverrückt anliegen, und sollten sie dies nicht, so entspringt 
daraus kein Nachtheil, weil eine Veränderung der Kraft dadurch nicht 
entstehen kann, der Widerstand des Muskels sich ohnedies än- [581] dert 
und man sich also hier nicht, wie Hr. Meissner, mit der Beobachtung 
von Stromstärken begnügen, sondern, wie ich schon vor Jahren that, 
durch die Methode der Compensation überzeugen wird, dass den beob-, 
achteten Schwankungen der Stromstärke auch solche der Kraft entsprechen." 
Bei dem grossen Widerstande, den Hr. Meissner mit seinen Eiweiss¬ 
taden in den Kreis brachte, wird wohl, was er von Veränderungen der 
Stromstärke beobachtete, meist auf solchen der Kraft beruht haben. 
enn man aber, wie Hr. Meissner, seine Versuche sonst so vollständig 
mi halt, dass man nicht bloss die der Stromstärke proportionalen Unter¬ 
schiede der Magnetometerstände, sondern ausserdem auch noch diese 
f abdruc]it> die doch nichts lehren können, als dass richtig subtrahirt 
kom611 Sei’ Und Weiin man dabei zu sagen versäumt, wie man dazu 
me, ohne Weiteres Schwankungen der Stromstärke für solche der 
Noth Z\nehmen> so setzt man sich dem Verdacht aus, dass man die 
nwendigkeit der letzteren Begründung übersehen habe. 
dit M iN<3Ue Versuche über den Einfluss der Dehnung auf 
nuskelstromkraft. Am Gastroknemius hängt diese da- 
°U ab> ob der Achillesspiegel geglättet oder in Falten 
gelegt ist. 
diente * neuen Versuchen, zu welchen ich mich nun entschloss, 
--_ lnir zum Dehnen des Muskels eine der früheren ganz ähnliche 
E.liEbenda’ Abth- n. S. 148. 
u Wis-Kcymond, Ges. Abh. II. 
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