Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Neue Versuche über den Einfluss gewaltsamer Formveränderungen der Muskeln auf deren elektromotorische Kraft (Monatsberichte der Königlich-Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 1867, S. 572)
Person:
Du Bois-Reymond, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29154/14/
y versuche mit dem v. d. Muskelmasse d.Gastrokn. getrennten Achillesspiegel. 311 
besser ein der Länge nach daraus geschnittenes Band auf das Uhrglas, 
legt ihm die Thonspitzen an, compensirt, und nähert die Spitzen einan¬ 
der welche leicht die von ihnen berührten Punkte des Bandes mitnehmen, 
und so das Band in quere Falten legen. In dem Maasse wie dies ge¬ 
schieht, sieht man die Stromkraft des Bandes schwinden, [588] aber so¬ 
gleich wiederkehren, wenn durch Auseinanderrücken der Spitzen das Band 
wieder entfaltet wird. Man kann es dahin bringen, dass das dicht 
gefaltete Präparat nur noch den zwanzigsten Theil der Stromkraft zeigt, 
die es ausgestreckt zwischen seinen Enden liefert. Z. B. ausgestreckt 
403cgr; gefaltet, 20; wieder ausgestreckt, 316; u. s. w. 
Kaum bemerkt zu werden braucht, dass hei Faltung des Präparates 
der Länge nach die Kraft nicht merklich verändert wird. 
§. VI. Versuche an regelmässigen Muskeln ergehen, dass 
beim Dehnen, neben dem auf Glättung des Achillesspiegels 
beruhenden Maximum der Muskelstromkraft, in der That 
noch ein anderes Maximum vorkommt. 
Wiederholt man die Dehnungsversuche mit Gastroknemien auf ver¬ 
schiedenen Stufen der Parelektronomie, so zeigt sich, dass die scheinbare 
Zunahme der Kraft beim Dehnen, die entsprechende Abnahme heim Ab¬ 
spannen des Muskels gleichen Schritt halten mit der Entwickelung des 
Stromes, oder umgekehrt sich um so weniger ausprägen, je parelektrono- 
mischer der Muskel. Ist der Muskel so parelektronomisch, dass sein 
Strom Null ist, so sind auch diese Wirkungen gleich Null; man kann 
sie aber sogleich im grössten Maassstabe hervortreten lassen, indem man 
den Achillesspiegel einem der bekannten Einflüsse unterwirft, wodurch 
die parelektronomische Schicht zerstört wird. 
Dies stimmt, wie man sogleich bemerkt, sehr wohl mit der von 
rn. Meissner behaupteten Abhängigkeit der Lage des Maximums der 
p. > bezogen auf die Länge, vom allgemeinen Körperzustande der 
rosche. Hr. Meissner hat leider in seiner Arbeit die Parelektronomie 
miss er Acht gelassen, die doch bei Versuchen am Gastroknemius von so 
augenfälliger Bedeutung ist. Wir können daher nur vermuthen, allein 
ist im höchsten Grade wahrscheinlich, dass die lange gefangenen, 
stenlö ^sc^e’ von deren Gastroknemien Hr. Meissner bei der gering- 
w-, ebnnng negative Ausschläge erhielt, stark parelektronomisch waren, 
bar n< (^6 kräftigen, frisch gefangenen Thiere, bei denen sich schein- 
niedrm ^ax*mum der Kraft in Bezug [589] auf die Länge zeigte, auf 
Seren Stufen der Parelektronomie verharrten, daher die Verstärkung
        

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